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Hitzehoch "Annelie"
07/07/2015

Das hilft bei Hitzschlag

Wenn die Temperaturen steigen, ist Langsamkeit angesagt. Sonst droht Hitzeerschöpfung.

von Gabriele Kuhn

Vorweg: Schön, dass endlich Sommer ist. Dass wir ins Freibad, Eis essen oder bis spät in die Nacht draußen sitzen können. Genießen Sie diese heißen Tage – aber mit Bedacht. Denn die Berufsrettung Wien warnt vor den Schattenseiten der aktuellen Extrem-Hitzewelle. " Die daraus resultierenden Gefahren sollten nicht unterschätzt werden. Besonders ältere Menschen und kleine Kinder gelangen durch die herrschenden Temperaturen oftmals sehr rasch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Mangelnde Flüssigkeitszufuhr sowie übertriebene körperliche Aktivität führen oftmals zu Problemen in der Selbstregulation des Organismus", sagt Dieter Sebald, Chefarzt der Berufsrettung Wien. "Der Körper kann sich nicht mehr abkühlen, der Mechanismus zur Absonderung von Schweiß fällt aus. Innerhalb kurzer Zeit kann die Körpertemperatur auf bis zu 41 Grad steigen". Man spricht von einem Hitzschlag. Im Extremfall kann er zu Nierenversagen und lebensbedrohlicher Hirnschwellung führen. "Kinder sollten daher keinesfalls im heißen Auto zurückgelassen werden, auch für kurze Zeit nicht", appelliert Sebald. Babys brauchen eine Kopfbedeckung, viel Flüssigkeit und vor allem Schatten. Auch für Erwachsene gilt: alles mit der Ruhe.

Auf Signale hören

Körper-Gespür ist angesagt: "Jetzt ist es besonders wichtig, auf die Signale des Organismus zu achten", sagt Notfallmediziner Univ.-Prof. Wolfgang Schreiber. Die da wären? "Etwa ein trockener Mund, Schlappheit. Höchste Zeit, etwa zu trinken." Apropos. Die Flüssigkeitszufuhr hilft, die Temperatur zu regulieren. "Bei den aktuellen Außentemperaturen ist der Flüssigkeitsbedarf allgemein deutlich erhöht und liegt etwa bei zwei bis drei Liter täglich", so Schreiber. Wasser sei ein idealer Ersatz, aber auch leicht gesüßte Tees oder verdünnter Fruchtsaft.

Wer erste Anzeichen einer Hitzeerschöpfung spürt, sollte rasch an einen kühlen Ort, Ruhe geben, trinken und sich mit kalten Tüchern abkühlen. "Am besten, man lässt es gar nicht so weit kommen, bei 38 Grad sollte man nicht allzu lange draußen sein und sich keinesfalls anstrengen", sagt Schreiber. Anstrengende Arbeiten oder Sport sollten in die Morgenstunden verlegt oder in den späten Abend verschoben werden. Um präventiv einen Hitzeschlag zu vermeiden, rät die Berufsrettung Wien leichte, durchlässige Sommerkleidung zu tragen und eine Kopfbedeckung in der Sonne zu verwenden.

Auf eine Gefahr anderer Art macht Notfallmediziner Schreiber aufmerksam: Kohlenmonoxidvergiftungen als Folge der Hitze. "Die Kamine ziehen nicht mehr, es entsteht ein thermischer Stoppel. Gerade hatten wir so einen Fall. Beim Duschen bekam der Patient Kopfweh und kollabierte fast. Die Rettung stellte erhöhte Kohlenmonoxidwerte fest." Tipp: Therme warten lassen, für Belüftung sorgen.

Wie funktioniert Schwitzen?

Das Wärmeregulationszentrum sitzt im Gehirn, genau im Hypothalamus (der wiederum im Zwischenhirn liegt). Temperatur und Stoffwechsel des menschlichen Organismus werden dort reguliert. Rezeptoren unter der Haut messen die Temperatur im Blut – wie bei den Fühlern eines Thermostats. Bei hoher Temperatur springt das Kühlsystem des Hypothalamus an – Wärme wird abgegeben.

Übersteigt die Körpertemperatur ein Maximum, laufen komplexe Körperprozesse ab. Hormone werden ausgeschüttet, Blutgefäße erweitert, Blut an die Körperoberfläche gepumpt, der Blutdruck sinkt. Vor allem aber beginnt die Produktion von Schweiß. Bei großer Hitze und körperlicher Anstrengung kann der Mensch pro Tag mehrere Liter schwitzen – über zwei Millionen Schweißdrüsen, vor allem an Handflächen, Fußsohlen und in den Achselhöhlen.

Der wichtigste „Wärmetauscher“ ist die Haut. Ältere Menschen können im Vergleich zu jüngeren Menschen weniger schwitzen, die Wärmeregulation funktioniert nicht mehr so gut. Der Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser, dazu kommen Mineralsalze, Harnstoff, Fettsäuren und Glukose.

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