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Hirnaktivität
06/18/2016

Wie Ältere lernen

Das Aneignen von Wissen und Fähigkeiten vergrößert die Aktivität in bestimmten Hirnarealen.

Mit zunehmendem Alter verändert sich das Gehirn. Besonders die Wahrnehmungsleistung verschlechtert sich. Diese altersbedingte Abnahme kann zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, durch Lernen und Training lassen sich diese Veränderungen aber zumindest wieder verbessern. Das bestätigen die Ergebnisse einer neuen Studie der Ruhr-Universität Bochum. Die Untersuchung wurde im Fachmagazin "Scientific Reports" veröffentlicht.

Bei verminderter Wahrnehmung steigt Gehirnaktivität

Dahinter zeigt sich ein weiteres Phänomen: Gleichzeitig mit der verminderten Wahrnehmung wird die entsprechende Gehirnaktivität stärker, zeigen frühere Studien. Wissenschaftler sehen in diesem Phänomen einen Kompensationsmechanismus, den das Gehirn anwendet. Um die aktivierten Areale genau zu definieren, ließen die Forscher Versuchspersonen verschiedenen Alters mit der Fingerkuppe zwei Nadelspitzen ertasten, die in unterschiedlichem Abstand zueinander standen. Ältere Personen nahmen die Spitzen schon ab einem verhältnismäßig großem Abstand nur mehr als eine wahr, jüngere konnten noch besser unterscheiden.

Unterschiedliche Wirkung

Von Untersuchungen jüngerer Menschen weiß man jedoch, dass Lernaktivitäten meist mit einer gesteigerten und verbreiteten Gehirnaktivität einhergehen. Jüngere und ältere Menschen lernen jedoch nach den gleichen Prinzipien: Durch das Lernen kommt es allgemein zu einer größeren Erregung bestimmter Areale. Die Forscher wollten nun herausfinden, ob sich die altersbedingten Hirnveränderungen mit Training und Lernen nicht ebenso zurückbilden können wie die Wahrnehmungsleistung.

Die Forscher um Burkhard Pfleger wollten nun erklären, wie diese unterschiedliche Wirkung der Ausbreitung der Gehirnaktivität auf die Wahrnehmung im Alter erklärbar ist. Dafür nutzten sie Computersimulationen, die Hirnaktivität und veränderte Wahrnehmungsleistung in einem Modell nachbildeten. Die verschiedenen Möglichkeiten, die dabei durchgespielt wurden, zeigten: Die Gesamtheit der beobachteten altersbedingten Veränderungen sei nur durch eine Abschwächung von bestimmten Mechanismen im Zusammenhang mit der räumlichen Ausbreitung erklärbar. Burkhard Pfleger: "Die Computersimulationen stützen die Beobachtung, dass die Behandlung von Alterungsprozessen nicht darauf beruht, diese rückgängig zu machen. Sie belegen, dass sich Training und Lernen in jedem Alter lohnen, um fit zu sein und vor allem auch zu bleiben."

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