Halbe Portionen: KURIER-Redakteure testen Diäten

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Foto: KURIER/Boroviczeny

Echt fett: Auch wir Männer wollen Fettpölster los werden – mit zum Teil fragwürdigen Diäten. Drei KURIER-Redakteure haben sich intensiv kasteit.

Die Diät – der Eisbrecher schlechthin. Noch viel besser als das Wetter oder Rapid. Wir zum Beispiel wurden von Menschen auf unsere Abnehmpläne angesprochen, die zuvor nie im Leben ein Sterbenswörtchen mit uns gewechselt hatten. Die Geschichte ist nämlich die: Wir, drei Michelin-Manderln aus der KURIER-Redaktion, haben ein Monat lang versucht, Ballast abzuwerfen, Bauch- und auch anderen Speck in Muskulatur umzuwandeln.

Mit unterschiedlichen Methoden, solchen, die derzeit laut Verein für Konsumenteninformation besonders angesagt sind. Unser Tipp nach einem Monat folgenschwerer Recherche: Kaufen Sie keine dicken Ratgeber-Bücher, vertrauen Sie lieber auf Hausarzt und Hausverstand.

Dr.-Pierre-Dukan-Diät: Ich kann Dukan, aber ich weiß was Besseres

Martin Burger Foto: Kurier KURIER-Redakteur Martin Burger

Mit dem Martin schmus’ ich nicht, der is’ mir z’dick.“ Beschämt blicke ich an mir herab. Ist da wirklich schon ein Bauchansatz zu sehen, mit 13? Geh, bitte, eine Mini-Speckfalte, ja. Ich bin kein Grischpindel, das sieht ein Blinder, aber von üppigen Fettpölstern kann auch keine Rede sein. Mit Babyspeck hatte ich bei den Madln in der Unterstufe kein Leiberl. Zum Verständnis: In den frühen 80er-Jahren war die Mehrheit der Burschen sehr dünn.

Bis heute verfolgen mich Wahnvorstellungen von letscherten Hüften und Schmerbauch. Für Strandbilder posiere ich mit angewinkelten Beinen oder kniend im Meer. Aber nie, niemals frontal, stehend, in voller Pracht. Ein echtes Kindheits-Trauma.

Würde mir Dr. Pierre Dukan helfen? Das Bild auf der Buchflappe zeigt einen Herrn mit kragenlosem Hemd, zusammengepressten Lippen und Rehaugen. Typ moderner Diktator. Zitat: Meine Diät ist eine Kriegsmaschine, die alle Widerstände erfolgreich bekämpft. In der sogenannten „Angriffsphase“, der ersten von vier Diät-Abschnitten, dürfte man eigentlich nur Proteine essen. Hört sich vernünftig an, aber Dukans Rat ist dennoch für die Fisch’. Der Franzose empfiehlt gegrillte Goldbrasse und gedämpfte Seezunge. Oh, là, là. Da höre ich lieber auf mein Börsel und meinen Bauch. Und die empfehlen: Verzicht auf Bierli und Gummibärli. Das ist hart, Männer, aber der Zweck heiligt die Mittel.

Nach 29 Tagen : Minus 1,6 kg Gewicht, davon 1,6 kg Fettmasse.

Ultimative-New-York-Diät: Vergesst David Kirsch! Folgt besser dem Wiener Wunder

Uwe Mauch Foto: Kurier KURIER-Redakteur Uwe Mauch

Verlieren Sie bis zu 6 Kilo in den ersten 2 Wochen. Steht im knallgelben Kreis auf dem Buchcover. Und darüber zeigt ein Typ polierte Zähne, so einer, den wir in der Schule ganz sicher vermöbelt hätten.

Vergesst David Kirsch! Und sein Testimonial Heidi Klum gleich dazu! Denn wer kann sich Urlaub nehmen, um täglich im Fitnesscenter zu turnen und Protein-Shakes sowie Pfefferhuhn nach Western Art zuzubereiten. Vertraut lieber mir! Ich habe für die KURIER-Leserschaft die Ultimative-New-York-Diät zur Ultimativen-Wien-Diät umfunktioniert. Alles halb so teuer – So nehmen auch Sie ab:

Essen Sie weiterhin, was Ihnen schmeckt . Halt um das entscheidende Bisserl weniger. Vor allem abends. Ein spätes Mittagessen, etwa eine große Salatschüssel, hat Wunder gewirkt – abends blieb der Heißhunger aus.

Lassen Sie Ihr Auto zwei, besser drei Mal pro Woche zu Hause stehen. Der Sprit und die Parkpickerln sind eh schon so teuer. Gehen Sie zur nächsten U- bzw. S-Bahn-Stationen zu

Fuß. Die Wiener Linien haben – extra für uns Fettverbrenner – auch die Umsteigewege in den Stationen länger angelegt.

Auch gut: Treten Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit (gilt derzeit als echt fett).

Zwei Mal pro Woche ein längerer Spaziergang oder ein langsamer Lauf . Schon beim dritten Mal kommt Freude auf.

Suchen Sie sich – wie ich – dicke Freunde . Wetten Sie, so wie wir, um ein Schweinsbraterl. Es darf gelacht werden.

Nach 29 Tagen: Minus 3,5 kg Gewicht, davon 1,4 kg Fettmasse.

Schlank-im-Schlaf-Diät: Der große Traum von der kleineren Körbchengröße

Harald Schume Foto: Kurier KURIER-Redakteur Harald Schume

Als Mensch, der Geschirr abwäscht und Staub saugt, bevor die Putzfrau kommt – man will sich ja nicht genieren müssen –, hungerte ich unmittelbar vor der offiziellen Abwaage zweieinhalb Kilo herunter. Allein deshalb ist unten stehendes Ergebnis großartiger, als es den Anschein haben könnte. Ziel war jedenfalls, durch die Methode „Schlank im Schlaf“ die Körbchengröße von D auf B zu reduzieren. Man wird doch wohl von der Idealfigur träumen dürfen!

Grob funktioniert „Schlank im Schlaf“ so: In der Früh essen, was man will, außer Wurst und Käse. Mittags essen, was man will – auch Kohlenhydrate wie Erdäpfel und Reis. Abends ausschließlich Eiweiß essen, also zum Beispiel Fleisch/Fisch mit Salat. Wichtig: Zwischen jeder Mahlzeit fünf Stunden Pause machen. Zwei Glas Bier sind erlaubt. Während der Schlafphase kann der Körper das zu sich Genommene gut verarbeiten.

So weit, so leicht.

Woran es sich spießt, ist das ausgeklügelte, wissenschaftliche Sportprogramm. Wem

Besuche im Fitnesscenter und Joggen zu zeitintensiv sind, der muss eben spazieren gehen und Stiegen steigen. Das ist zwar auch ganz nett, aber zu wenig, damit die fetten Kilos ins Bodenlose purzeln können.

Nach 29 Tagen: Minus 1,9 kg Gewicht, davon 0,9 kg Fettmasse. Ein letzter Tipp: Vor jeder Abwaage (natürlich im Stundentakt) aufs Klo gehen, Finger- und Zehennägel schneiden, Nasenhaare zupfen, schnäuzen sowie rasieren. Bringt auch was. Ganz, ganz bestimmt.

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(KURIER / Martin Burger, Uwe Mauch und Harald Schume) Erstellt am
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