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Neue Studie
05/02/2016

Gehirnerschütterung bei Kindern: Hilft Bewegung statt Ruhe?

Wie man die Folgen minimiert.

Gehirnerschütterungen kommen besonders bei Kindern recht häufig vor – sie entstehen, wenn man mit dem Kopf heftig aufprallt. Typisch für diese Kopfverletzung sind Benommenheit, Erinnerungslücken, manchmal verlieren die Verletzten kurzfristig das Bewusstsein. In der Folge kommt es zu Kopfweh und Schwindel. Häufig sind Kinder davon betroffen, wenn sie sich beim Spielen verletzen. Bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung sind folgende Erst-Hilfe-Maßnahmen angesagt:

- flach auf dem Rücken lagern, Oberkörper dabei leicht erhöht lagern
- bei Bewusstseinsstörungen: stabile Seitenlage
- Unbedingt einen Arzt aufsuchen bzw. ins Spital fahren, um eine Hirnblutungen auszuschließen und die Verletzung nicht dramatischer ist, als auf den ersten Blick angenommen.

Bisher wurde den Betroffenen absolute Ruhe verordnet. Die Kinder sollen nicht spielen, sich nicht anstrengen, möglichst viel liegen – so lange, bis die Symptome verschwunden sind. Neuesten Erkenntnissen zufolge könnte das kontraproduktiv sein. Bei einem Pädiaterkongress wurde eine aktuelle Studie präsentiert, die zeigt, dass sich moderate Bewegung auf die Genesung positiv auswirkt. Nicht nur, sie scheint auch gefürchtete Folgen - wie etwa nachlassende Denkfähigkeit, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen - zu reduzieren. Und zwar um die Hälfte, sagt der Mediziner Roger Zemek, der die Untersuchung am Children's Hospital of Eastern Ontario leitete und Spezialist für solche Kopfverletzungen ist. Und wirklich nur bei Kindern.

Dafür wurde 3063 kanadische Kinder mit Gehirnerschütterung zwischen 5 und 18 Jahren zu ihren körperlichen Aktivitäten nach Verletzung befragt. Es zeigte sich, dass jene, die sich nicht an den Rat der Ärzte hielten, rascher symptomfrei waren als jene, die ruhten. Bewegung, die innerhalb der ersten sieben Tage nach der Verletzung erfolgte, reduzierte die Beschwerden. Als ideal entpuppten sich Schwimmen, Gehen, Radfahren auf dem Ergometer. Die Mediziner betonten allerdings, dass die Betroffenen keine Sportarten betreiben dürfen, durch die es erneut zu einer Verletzung kommen könnte. Außerdem ist die Absprache mit dem Arzt wichtig.