Facebook CEO Mark Zuckerberg und seine Ehefrau Priscilla Chan.

© REUTERS/RICK WILKING

Nach Zuckerbergs Outing
08/03/2015

Fehlgeburten: Immer noch Tabuthema

Mark Zuckerbergs offener Umgang mit den drei Fehlgeburten seiner Frau ist nicht selbstverständlich.

von Elisabeth Gerstendorfer

Wo, wenn nicht auf Facebook: Mark Zuckerberg, der Gründer des sozialen Netzwerks verkündete am Freitag über seinen Account, dass seine Frau Priscilla Chan schwanger ist. Die beiden erwarten ein Mädchen. Tausende seiner 25 Millionen Fans auf Facebook gratulierten. Doch Zuckerberg hatte nicht nur Freudiges zu verkünden.

Er schrieb auch sehr persönlich über drei vorangegangene Fehlgeburten seiner Frau. „Die meisten Menschen reden nicht über Fehlgeburten, weil sie befürchten, andere distanzieren sich oder denken zu viel über sie nach – so als ob man defekt wäre oder etwas getan hat, das dazu geführt hat. Deshalb kämpft man auf eigene Faust“, schrieb Zuckerberg.

Und weiter: „In unserer heutigen offenen und verbundenen Welt, sollte das Diskutieren solcher Themen uns nicht voneinander distanzieren, sondern uns zusammenbringen. Es erzeugt Verständnis und Toleranz, und es gibt Hoffnung.“

Viele Betroffene

Viele Kommentare unter Zuckerbergs Posting zeigen, dass er vielen Betroffenen aus der Seele spricht. Viele Frauen teilten darunter Geschichten ihrer eigenen Fehlgeburten und die Stille, die oft auf den schmerzlichen Verlust folgt. „Mein Mann und ich erleben gerade das Gleiche“, schrieb etwa ein User namens Bethany. „Wir hatten eine Fehlgeburt im Mai. Es ist schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin.“

Eine andere Frau schreibt: „Der Schmerz ist so intensiv und die Trauer so real. Danke, dass ihr andere Paare wissen lasst, dass sie nicht alleine sind.“ Auch von offizieller Seite folgten Reaktionen. The American Congress of Obstetricians and Gynecologists, eine Non-Profit-Organisation rund um Frauengesundheit, twitterte Gratulationen und betonte, dass es „großartig“ ist, dass Zuckerberg und Chan „Aufmerksamkeit dafür generieren, wie viele Menschen von Fehlgeburten betroffen sind.“

Auch CNN-Korrespondentin Kyra Phillips (Autorin des Buches „The Whole Life Fertility Plan“) sagte im „CNN Newsroom“, dass die Neuigkeiten aus dem Hause Zuckerberg andere Familien andere Familien darin bestätigen, dass sie nicht alleine sind und „auch andere Menschen damit befasst sind“. „Zu oft ist es ein Stigma. Frauen schämen sich. Männer schämen sich. Sie wollen nicht darüber sprechen, sie denken, etwas ist falsch mit ihnen.“

Häufige Ursachen

Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn das ungeborene Kind vor Erreichen seiner Überlebensfähigkeit abgeht. 80 Prozent der Fehlgeburten passieren in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft. In dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, da die Einnistung des befruchteten Eis an vielen Stellen gestört werden kann.

Häufige Ursachen sind Infektionen, Fehlbildungen der Gebärmutter oder des Embryos – etwa jede zweite Fehlgeburt ist auf eine Fehlbildung der Erbanlagen des Kindes zurückzuführen - und hormonelle Störungen. Erst ab einem Geburtsgewicht von 500 Gramm besteht eine Überlebenschance für das Kind. Das ist etwa ab der 25. Schwangerschaftswoche.

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