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Keimzelle
10/18/2015

Familien teilen alles: von Husten bis Heilung

Familien werden oft gemeinsam krank. Zur richtigen Prävention gibt es viele Meinungen.

von Axel Halbhuber

Der erste Tropfen aus der Nase des Sprosses lässt dieser Tage Eltern schaudern: Kind krank, Ansteckung wahrscheinlich, Ausfall ungünstig. Obwohl gerade die Eltern-Altersgruppe (25 bis 40) statistisch am seltensten krank ist und Kinderlose ebenso oft ausfallen, haben Mütter und Väter besondere Angst vor den Erregern, die der Nachwuchs nach Hause bringt. Gegen diese fremden Keime ist das sogenannte Familienbiom machtlos: Diese Sammlung an Bakterien ist den Immunsystemen in einer sozialen Einheit – Familie – bekannt und unproblematisch.

Neue Erreger machen zwar krank, mittelfristig bereichern sie das Familienbiom aber. So wie das Immunsystem von Kindern rund fünf Jahre braucht, um gegen die Ansteckungsgefahr der Umwelt zu bestehen. In dieser Zeit sind laut Medizinern zehn bis zwölf Infekte pro Jahr ganz normal – jeder erweitert die Widerstandskraft.

Ernährung statt Pille

Die Traditionelle chinesische Medizin (TCM) kennt Erreger in dieser Form nicht, nur eine gute Konstitution, die "gestärkte Mitte", schütze vor Krankheit. Die Kritik an zu hoher Medikamentengabe für Kinder – in Deutschland bekommen 41 Prozent der 4- bis 6-Jährigen gelegentlich Antibiotika – lässt viele Alternativen suchen. TCM-Ernährungsberaterin Petra Faustka betont zwar, dass im Krankheitsfall ärztlicher Rat wichtig ist, aber in der Prävention und bei ersten Symptomen die Ernährung helfen kann: "So oft wie möglich Warmes essen, ein warmes Frühstück, warme Kürbissuppe, überhaupt saisonale und regionale Produkte, oder auch Ingwertee. Der Körper muss ausreichend gewärmt sein." Joghurt, Salate und Rohkost derzeit eher durch Gekochtes ersetzen. Ergänzend dazu bringe Bewegung an der frischen Luft die Lebensenergie in Schwung.
Das alles helfe aber nur unmittelbar während der ersten Anzeichen: "Aus chinesischer Sicht versucht man da, den Körper zum Schwitzen zu bringen, um die Erreger rauszubringen. Bei Fieber geht es dann eher darum, die Wärme wieder aus dem Körper auszuleiten. Etwa mit erfrischenden Produkten wie Kompotten, die hitzeausleitend, aber auch befeuchtend wirken." Klassische Hustentees würden oft zu stark wärmen, Lindenblüten- und Pfefferminztee wirken durchaus kühlend (mehr dazu erklärt Faustka kommenden Montag im Vortrag "5 Elemente-Frühstück", Info: www.zentuina.at).

Biotop

Die Krankheitsfälle unter Kindern steigen nachweislich seit Jahren an, Experten vermuten den Grund in höheren Betreuungszahlen von Kleinkindern. Kindergärten und Tagesgruppen sind perfekte Verbreitungs-Biotope für Erreger, die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt deshalb sogar Grippe-Impfungen für Kinder ab sechs Monaten. Allerdings nur aus volkswirtschaftlichen Gründen. Denn deutsche Statistiken haben eindeutig belegt, dass Kinder, die bis zweieinhalb in Betreuung waren, im Volksschulalter nur halb so oft krank waren.

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