Wissen und Gesundheit
25.09.2017

Erwachsene Katzen vertragen selten Milch

Ernährung. Die Haustiere verlernen, die Laktose zu spalten. Wasser stillt gesünder den Durst.

Die Katze schleckt genüsslich Milch. Das friedliche Bild ist eingeprägt, der Tatsache entspricht es selten. Katzen trinken wenig, und wenn, dann besser Wasser. Das Kuhprodukt kann ihre Gesundheit beeinträchtigen.

"Milch gehört nicht auf den Speiseplan ausgewachsener Katzen", sagt KURIER-Tiercoach Katharina Reitl. Die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn erklärt, woher der Irrglaube des Milchmäulchens kommt und womit Katzen ihren Flüssigkeitsbedarf artgemäß decken.

Muttermilch

Die ersten acht Wochen ihres Lebens ernähren sich Katzenbabys von Muttermilch. Eiweiß und Fett liefern den unreifen Säugetieren die notwendige Energie zum Wachsen. "Wer früher Haustiere wollte, hat sie vom Bauernhof geholt. Dort haben Katzen Kuhmilch aufgeschleckt, die aus der Kanne getropft ist oder unabsichtlich verschüttet wurde", sagt Reitl. Oft wurde für die Jungtiere auch eine Schale Kuhmilch abgezweigt, die Großen hielten sich daran ebenfalls schadlos. In freier Natur jedenfalls ist der Nachwuchs mit spätestens drei Monaten von der Mutter entwöhnt und verlegt sich aufs Fleischfressen, Milch ist dann nicht länger Bestandteil ihrer natürlichen Ernährung.

Laktose-Intoleranz

"Milch gefährdet prinzipiell nicht die Gesundheit", sagt der Zoodoc. Tiere jedoch, die nicht kontinuierlich Milch konsumieren, vertragen das fette Kuhprodukt eines Tages nicht mehr. Erwachsene Tiere verlernen, die Laktose zu spalten. Schmerzhafte Blähungen können die Folge sein, der Darm reagiert mit Durchfall. Eine Laktose-Intoleranz macht die Haustiere tatsächlich krank. Bei (Bauern)Katzen, die täglich ihre Ration Milch bekommen, bleibt das Enzym dagegen aktiv.

Flüssigkeitsbedarf

"Das beste Getränk für Katzen ist Wasser", sagt Reitl. Fressen die Haustiere Trockenfutter brauchen sie etwas mehr an Flüssigkeit, ernähren sie sich von Nassfutter trinken sie eher wenig, Dosenfutter besteht zu 70 Prozent aus Wasser. "Katzenmilch, die findige Hersteller anbieten, ist in der Regel überflüssig", sagt der KURIER-Tiercoach. Abgemagerte oder geschwächte Katzen kann die kalorienreiche Spezialmilch aufpäppeln. Ein paar Tropfen versüßen das Futter. Doch dafür reichen kostengünstigere Alternativen: "Man kann laktosefreie Kuhmilch verwenden oder einen Schluck Kondensmilch oder einen Tupfen Schlagobers", sagt Reitl: "Zu viel Fett ist da aber auch ungesund."

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at