Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren für ein Aneurysma.

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Wissen und Gesundheit
10/06/2015

Einem Aneurysma rechtzeitig vorbeugen

Wie man es erkennt und gegensteuern kann.

Prim. Priv.-Doz.Dr. Afshin Assadian ist Vorstand der Abt. für vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie im Wiener Wilhelminenspital und Sprecher des Österreichischen Gefäßforums.

Was ist ein Aneurysma?

Ein Aneurysma ist eine Aussackung eines Gefäßes um mehr als 50 Prozent des gesunden Gefäßdurchmessers. Aneurysmen können in allen Arterien (Hirnarterien, Herzkranzarterien, Brustschlagader, Arterien der Eingeweide, Extremitäten) auftreten. Am häufigsten ist das Bauchaortenaneurysma. Mehr als 70.000 Österreicher weisen eine solche Aussackung der Bauchschlagader auf. Vor allem Über-60-Jährige sind von dieser Erkrankung des arteriellen Gefäßsystems besonders betroffen. Jährlich wäre bei bis zu 7000 Menschen in Österreich über 60 eine Behandlung notwendig.

Wie erkennt man ein Aneurysma?

Die einfachste Methode ist eine Ultraschalluntersuchung. Sie ist schmerzlos und benötigt keine vorangehenden Blutuntersuchungen. Sollte im Ultraschall ein maximaler Durchmesser von über drei Zentimetern festgestellt werden, ist es ratsam, mit dem Bild zum Gefäßspezialisten zu gehen.

Wann wird ein Ultraschall empfohlen?

Wenn Sie Raucher waren oder noch sind, über 60 Jahre alt sind, an Bluthochdruck leiden, an anderen arteriellen Gefäßerkrankungen leiden oder Verwandte mit einem Aneurysma haben. Sollten alle erwähnten Punkte auf Sie zutreffen, Sie jedoch unter 60 Jahre alt sein, ist trotzdem eine Ultraschalluntersuchung ratsam. Diese erfolgt über den niedergelassenen Radiologen oder Internisten.

Was macht der Gefäßspezialist?

Nicht jedes Bauchaortenaneurysma muss gleich behandelt werden. Ist es noch klein, sollten eine Beratung zur Risikoreduktion und eine sechsmonatige bis jährliche Ultraschallkontrolle zur Vorsorge – je nach Größe des Aneurysmas – erfolgen. Das Wachstum des Aneurysmas kann durch folgende Maßnahmen gestoppt werden: Rauchstopp, Therapie des Bluthochdrucks, Absenkung der Blutfettwerte, Bewegung und Gewichtsreduktion sowie generell ein gesünderer Lebensstil. Eine Behandlung mittels offener Operation oder Implantation eines Stents (Gefäßstütze) über einen Katheter ist dann notwendig, wenn die Bauchschlagader bei Frauen einen Durchmesser von fünf Zentimeter aufweist, bei Männern mehr als fünfeinhalb Zentimeter. Mittels einer Kontrastmittel-gestützten Computertomografie (CT-Angiografie) beim niedergelassenen Radiologen oder im Krankenhaus wird der exakte Durchmesser festgestellt.

Gesundheitstage

Das "Gefäßforum Österreich" organisiert vom 12. bis 16. 10. Gesundheitstage zur Vorsorge eines Bauchortenaneurysmas. In elf Gefäßambulanzen in Wien, Burgenland, NÖ, OÖ und Kärnten gibt es Beratung und Screenings.

Infos: www.gefaessforum.at.

Eine Broschüre ist auf der Homepage verfügbar bzw. kann unter 0676 / 417 38 88 (Di., Mi. 10–14 Uhr) oder eMail: office@gefaessforum.at bestellt werden

Dr. Assadian am Tel. (01/526 57 60): Fr., 9. 10., 12 bis 13 Uhr. Anfragen per eMail: gesundheitscoach@kurier.at