Wissen und Gesundheit
04.08.2017

Eier-Skandal: Wie Fipronil auf die Gesundheit wirkt

Laut AGES gelangten bisher keine mit Fipronil belasteten Eier nach Österreich. Es werde aber laufend geprüft, heißt es.

In Deutschland weitet sich der Skandal um Millionen giftbelastete Eier aus. Mittlerweile ist klar: Fast alle Bundesländer sind betroffen. Der Discounter Aldi hat die Eier-Regale fürs Erste geleert. Denn in fast allen Bundesländern sind inzwischen mit Fipronil belastete Eier oder daraus erzeugte Produkte gefunden worden. Mit Fipronil belastete Eier sind auch nach Schweden geliefert worden. Die schwedische Lebensmittelaufsicht teilte am Freitag mit, dass sie darüber von der EU-Kommission informiert worden sei. Demnach hatte ein Großhändler die Eier aus den Niederlanden importiert. Damit verbunden ist die Frage, ob auch nach Österreich Eier, die mit Fipronil belastet sind, gelangt sind.

Belastete Eier auch in Österreich?

Auf der Homepage der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit AGES wird informiert, dass nach derzeitigem Informationsstand keine Fipronil-belasteten Eier nach Österreich gelangt sind. Über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) werden Ergebnisse von Behördenkontrollen in EU-Ländern und Vertriebslisten möglichst rasch den Lebensmittelbehörden anderer EU-Länder zugänglich gemacht. Es gibt bislang keinen Hinweis dafür, dass mit Fipronil belastete Eier und Eier-Produkte nach Österreich geliefert wurden. Allerdings könne derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass Eier über verarbeitete Lebensmittel nach Österreich gelangt sind; es ist derzeit aber keine Verknüpfung von verarbeiteten Lebensmitteln zu kontaminierten Eiern bekannt. Sobald verarbeitete Lebensmittel betroffen sind, werden diese ebenfalls in die RASFF-Liste aufgenommen. Derzeit werden in Österreich Proben gezogen und untersucht.

Was das für die Gesundheit bedeutet

Fipronil wird in vielen Ländern als Wirkstoff in Pflanzenschutzmittel oder als Insektizid in der Tiermedizin, zur Saatgutbehandlung und im Haushalt eingesetzt. Etwa bei Hunden und Katzen zur Vorbeugung und Behandlung von Floh-, Zecken- und Haarlingsbefall. Es handelt sich um ein Kontaktgift, das in das Zentralnervensystem gelangt. In die Eier dürfte es offenbar gelangt sein, weil ein Reinigungsmittel damit vermischt wurde. Laut AGES heißt es, dass aufgrund des Verarbeitungsprozesses die Konzentration von Fipronil sehr gering wäre. Für Bienen, Zecken, Milben, Flöhe – also wirbellosen Tiere – ist Fipronil allerdings tödlich. Bei Ratten und Mäusen wirkt Fipronil toxisch auf das Nervensystem und auf die Leber. Fipronil ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht krebserregend und erbgutschädigend.

Bei den Mengen die bisher in den Eiern (Niederlande, Deutschland) gefunden wurden, ist von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung für Menschen auszugehen. Geht man von dem höchsten in einem Ei gemessenen Wert aus, so wäre eine tägliche Aufnahmemenge von 7 Eiern für Erwachsene bzw 1 Ei für ein Kind mit 10 kg Körpergewicht tolerierbar.