Überlastung und falsche Bewegungsmuster sind eine Hauptursache für Schmerzen.

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KURIER Gesundheits-Coach
10/25/2016

Die häufigsten Tennis-Verletzungen

Vom Tennisellbogen bis zum Einklemmungssyndrom: Worunter Hobbyspieler am meisten leiden und welche Therapien helfen, erklärt der Turnierarzt der Erste Bank Open.

Univ.-Prof. Dr. Reinhard Weinstabl ist Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, Verbandsarzt des ÖTV und Turnierarzt bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle.

Was genau ist ein Tennisellbogen?

Ein in intensives Match, und plötzlich schmerzt es außen am Ellbogen. Manchmal kommen die Schmerzen auch langsam und nehmen ständig zu. Die Ursache ist eine Über- oder Fehlbelastung der Muskulatur. Dadurch entzünden sich die Sehnenansätze von Muskeln des Unterarms am Oberarmknochen. Die Entzündung kann sich in den Knochen ausbreiten, es kann zu Teilrissen eines Sehnenansatzes kommen.

Bei der Behandlung steht an erster Stelle die konservative Therapie: Etwa Stoßwellen oder Bestrahlung mit kaltem Rotlicht (Repuls-Tiefenstrahler), immer in Kombination mit physikalischen Therapien, etwa Faszientechniken, Dehnungs-, Stretch- und Muskelbalanceübungen. Erst bei Nichtansprechen muss eine Operation erfolgen. Dabei wird das tote Sehnengewebe entfernt, der Knochen eröffnet, damit Stammzellen auswandern können.

Unterstützend wirkt thrombozytenreiches Plasma (ACP – autologes Conditioniertes Plasma), das durch Zentrifugation aus Eigenblut gewonnen wird – die Gewebeneubildung wird damit angeregt.

Wie unterscheidet sich der "Werferellbogen"?

In den 25 Jahren, die ich als Arzt im Spitzentennis tätig bin, habe ich noch nie einen Profi mit einem Tennisellbogen gesehen, dafür viele mit dem Werferellbogen. Hier sind die Sehnenansätze der Beugemuskulatur des Unterarms an der Innenseite des Ellbogens entzündet. Fast immer ist das eine Folge der Instabilität eines eingerissen oder ausgeleierten innenseitigen Seitenbandes am Ellbogen. Diese Instabilität entsteht durch die Aufschlagbewegung und das Vorhandspiel.

Auch hier kann konservative Therapie helfen, meist muss aber operiert werden. Dabei kann neben der Entfernung abgestorbenen Gewebes das Band gerafft werden.

Welche Schulterprobleme treten häufig auf?

Durch Überlastung kann das Gleichgewicht der Schultermuskulatur gestört werden, der Oberarmkopf tritt höher. Als Folge wird am häufigsten die obere Grätenmuskelsehne zwischen Oberarmkopf und Schulterdach (Akromion) eingeklemmt, besonders dann, wenn das Schulterdach stark nach vorne gebogen ist. Das führt zur sehr schmerzhaften Entzündung. Dadurch kann auch der Stoffwechsel in der Schulter entgleisen, Kalkkristalle werden abgelagert, der Platz unter dem Schulterdach wird noch enger.

Therapien sind u. a. Stoßwellen, Kernspinresonanz-Therapie (MBST), physikalische Therapie mit Osteopathie. Es kann auch ein arthroskopischer (geschlossener) Eingriff notwendig werden, bei dem entzündete Weichteile entfernt und das Schulterdach gerade geschliffen wird.

Zusätzlich wird ein Band durchtrennt, um den gleichen Anpressdruck wie vor dem Einklemmungssyndrom herzustellen.

Dr. Weinstabl am Telefon (01/526 57 60): Do., 27. 10., 13.00 bis 14.00 Uhr.

eMail: gesundheitscoach@kurier.at

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