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Studie
03/03/2016

Die fünf wichtigsten Faktoren für ein längeres Leben

Australische Wissenschaftler haben ausgewertet, was am schädlichsten ist.

von Ingrid Teufl, Ernst Mauritz

Sie machen kaum Bewegung, sitzen tagsüber sehr viel und schlafen überdies sehr lang? Das ist eine der ungünstigsten Kombinationen von Faktoren, die das Risiko für chronische Krankheiten und einen vorzeitigen Tod erhöhen können. Das zeigt jetzt eine große australische Studie, für die Lebensstildaten von mehr als 230.000 Personen ausgewertet wurden.

Die fünf gefährlichsten Einzelfaktoren dabei waren Rauchen (verdoppelt das Risiko), körperliche Inaktivität, zu langes Sitzen, zu wenig oder zu viel Schlaf (kann ein Hinweis auf eine chronische Krankheit sein) und einseitige Ernährung (siehe Grafik unten).

Oder positiv formuliert: Wer nicht raucht, sich viel bewegt (es muss nicht Sport sein!), nicht zu viel sitzt (bzw. immer wieder zwischendurch aufsteht), einen gesunden Schlafrhythmus hat und sich ausgewogen ernährt, hat die besten Chancen auf ein langes Leben.

Gefährliche Kombination

Für die Studie wurde aber erstmals auch im Detail untersucht, wie sich die Kombination dieser und anderer Lebensstilfaktoren auswirkt: Und da stieg das Risiko teilweise nochmals stark an – etwa auch, wenn Rauchen mit hohem Alkoholkonsum und langer Schlafdauer kombiniert war.

Was diese Erhöhung des Risikos für einen frühzeitigen Tod ganz konkret bedeutet, hat vor einiger Zeit eine deutsche Studie erhoben: Ein 40-jähriger Mann, der alles kombiniert, was es so an ungesunden Lebensweisen gibt – von starkem Übergewicht bis zu geringem Obst- und Gemüsekonsum – verliert bis zu 17 Jahre seiner statistischen Lebenserwartung, bei einer 40-jährigen Frau sind es immerhin noch knapp 14 Jahre.

Spirale

„Es zeigt sich immer mehr, dass in der Regel eine Kombination vieler Faktoren über die Qualität des Lebensstils entscheidet – und dabei eine Spirale nach unten oder nach oben entstehen kann“, sagt auch der Sozialmediziner Univ.-Prof. Michael Kunze von der MedUni Wien. „Wer viel raucht und Atemwegsprobleme bekommt, verliert leichter die Lust an der Bewegung. Zusätzlicher Alkoholkonsum kann Schlafstörungen auslösen – auch das fördert nicht die Lust, aktiv zu sein.“ Dadurch fallen wieder die positiven Effekte von körperlicher Aktivität auf die Psyche weg – „stattdessen wird zur psychischen Erleichterung Alkohol eingesetzt – ein Teufelskreis nach unten.“ Oder eine positiver Drall nach oben: Denn mehr Bewegung erhöht bei vielen auch das Bewusstsein für gesündere Ernährung und reduziert automatisch den Alkohol- und Zigarettenkonsum, betont Kunze.

„Ein gesunder Lebensstil kann das Sterberisiko durch alle Ursachen senken“, so die Studienautoren. Und sie machen darauf aufmerksam, warum diese Botschaft heute eine ganz besondere Bedeutung hat: „Erstmals in der Geschichte der Menschheit sterben jährlich mehr Menschen an nicht übertragbaren chronischen Krankheiten (z. B. Herzleiden oder Diabetes), die vielfach lebensstilbedingt sind, als an Infektionskrankheiten – mit 38 Millionen immerhin zwei Drittel der globalen jährlichen Todesfälle.

Sehen Sie hier die Infografik zum Thema:

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