Wissen und Gesundheit
16.12.2011

Die beste Vorbereitung ist die, die man macht

Fitness – Wer früher übt, fährt besser Ski. Und bleibt gesund

Was wurde eigentlich aus den kultigen Ski-Gymnastik-Fernsehsendungen? Als die Vorfreude auf die Skisaison auf dem Wohnzimmer-Teppich begann, mit dem großartigen Nebeneffekt, wesentlich fitter in den Winter zu gehen als heute. Vital- und Ernährungscoach Bettina Kurz (www.kurztraining.at): „Menschen sitzen das Jahr über und gehen dann gleich mehrere Tage hintereinander Skifahren. Zudem ermöglicht das Material heute höheres Tempo. Oft stimmt die eigene Fitness aber nicht mit dem Material überein.“ Kurz kann als eine der letzten Skifitness-Mohikaner bezeichnet werden, sie betreute mit Stephan Eberharter eine ORF-Serie zu dem Thema.

Vorbereitendes Training bringt zwei Vorteile: Die Verletzungsgefahr auf der Piste wird deutlich reduziert. „Mindestens genauso wichtig ist aber, dass Skifahren bei besserer Fitness mehr Spaß macht“, sagt Kurz. „Man muss wegen Atemlosigkeit oder brennender Beine auf der Piste weniger Halt machen, was die Abfahrten verlängert.“ Sie betont, dass erstens sowieso jeder Ausdauertraining wie Laufen, Radfahren, Nordic Walking, Wandern in seinen Alltag einbauen sollte. Und dass zweitens eine gute Vorbereitung auf den Skiwinter mehrere Monate dauert. „Aber“, sagt die Trainerin, „man kann natürlich auch in wenigen Wochen viel tun, um Spaß und Sicherheit zu erhöhen.“

Gute Mischung

Entscheidend ist für das Skifahren ein ausgewogenes Training. Gesteigerte Ausdauer hilft auf der Piste, die Ermüdung zu senken und damit Konzentration und Reaktionsvermögen aufrecht zu erhalten. Kraft braucht man, um den Reaktions-Impuls dann auch umsetzen zu können. Kurz: „Wer gut trainierte Beinmuskeln hat, kann beim Skifahren schnell und sicher abbremsen. Außerdem hat jeder, der gut trainierte Muskeln hat, im Falle eines Sturzes einen besseren Schutz für Wirbelsäule, Gelenke und Knochen.“ Auch, weil Muskeln ganz allgemein als gelenkschonende „Dämpfer“ wirken.

Muskeltraining sollte generell ein- bis zwei Mal pro Woche absolviert werden, in der Vorbereitungsphase auf den Skiwinter höchstens drei Mal. Denn auch Überanstrengung sei problematisch. „In der Woche vor dem Skiurlaub sollte man auf Muskeltraining jedenfalls verzichten“, sagt Kurz mit Nachdruck.

Entscheidend ist das Verbindungsglied zwischen Kraft und Ausdauer. „Die Koordination gehört geschult. Denn wer Gehirn und Muskulatur durch regelmäßiges Training gut abstimmt, hat ein besseres Gleichgewicht, bessere Orientierungsfähigkeit, mehr Konzentration und schnellere Reaktion.“ Diese Faktoren sind wesentlich: „Sie sind entscheidend für die Sturz- und Unfallprophylaxe. Dieses Gefühl muss man schulen. Der eine Muskel muss wissen, was der andere tut.

Einige der Koordinationsübungen, aber auch manches Kraft- oder Ausdauertraining könne man leicht in den Alltag einbauen. Auf der Piste selbst dürfe man dann nur mehr das Aufwärmen nicht vergessen. Denn „Ski heil“ ist gut. „Skifahrer heil“ ist besser.