Wissen und Gesundheit
01.07.2017

Und wieder ein prominentes Zecken-Opfer

Ein bekannter Eintracht-Frankfurt-Spieler hatte Schmerzen im Fuß - Diagnose: Borreliose. Was dazu führt, wie man sie behandelt.

Eintracht Frankfurt-Stürmer Alex Meier hat sich eine Borreliose-Infektion als Folge eines Zeckenbisses zugezogen und wird auf unbestimmte Zeit ausfallen. „Er darf keinen Sport mit hohen Belastungen betreiben und muss Antibiotika nehmen“, hieß es am Samstag. Zuvor hatte er anhaltende Schmerzen im Fuß, ein Bluttest brachte die Diagnose: Infektion mit Borrelien, durch einen Zeckenbiss.

Fall Brusatti

Zuletzt hatte der Kurier über den Fall des bekannten Ö1-Moderators Otto Brusatti berichtet, der aufgrund von Borreliose so beeinträchtigt war, dass er unerträgliche Schmerzen erlitt und kaum mehr Stiegen steigen konnte. Typisch für Borreliose ist die ringförmige Hautrötung rund um den Zeckenstich, es können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen folgen. Die Hautrötung ist aber nicht immer zu sehen. In Stadium 2 kommt es zur akuten Neuroborreliose mit möglichen Lähmungen in Gesicht, Arme und Beine – mit starken Kopf- und Rückenschmerzn in der Nacht. Zuletzt folgen schmerzhafte Nerven- wie auch chronische Gelenksentzündung. Antibiotika können die Symptome alle rückgängig machen.

70.000 Neuerkrankungen pro Jahr

Rund 30 Prozent der Zecken in Österreich sind mit Borrelien infiziert, berichtete unlängst die MedUni Wien am Montag. In Österreich gibt es rund 70.000 Neuerkrankungen an Lyme-Borreliose pro Jahr. Antibiotika helfen am besten gleich nach dem Ausbruch. Deshalb sollte man so schnell wie möglich nach einem Stich zur Untersuchung gehen und den „gemeinen Holzbock“, wie die Zecke auch genannt wird, in einem verschlossenen Behälter mitbringen, damit er auf Erreger untersucht werden kann, raten die Experten. Wird die bakterielle Infektion nicht rechtzeitig erkannt, kann sie zu Gelenksentzündungen, Infektionen der Nervenwurzeln, Gehirnhautentzündung und Lähmungen führen. „

Vorgehen bei Biss

Nicht jeder Stich muss zu einer Erkrankung führen und nicht jeder positive Borrelien-Test bedeutet eine Erkrankung“, sagte der Facharzt Gerold Stanek. Hat sich eine Zecke festgesaugt, soll man sie mit einer Pinzette so nah wie möglich an der Haut fassen und unter gleichmäßigem Zug herausziehen. Falls das misslingt, muss man nicht gleich eine Notfall-Ambulanz aufsuchen: Am nächsten Tag könne der Parasit zum Beispiel in der Wiener Zecken-Ambulanz entfernt werden. Gegen Borreliose gibt es, anders als gegen die „Zeckenkrankheit“ Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), noch keine Impfung. Im Rahmen des EU-Projekts „ID-Lyme“ wird an einem Früherkennungstest geforscht.