Wissen und Gesundheit
05.04.2017

Deshalb sind allergische Schocks so gefährlich

Auslöser können Medikamente, Insektenstiche oder Nahrungsmittel sein.

Grünen-Chefin Eva Glawischnig musste wegen eines anaphylaktischen Schocks alle Termine in den nächsten Tagen absagen. Eine derartige Überreaktion des Immunsystems ist die schwerste Ausformung eines allergischen Ereignisses und kann jeden betreffen. Die wichtigsten Fakten:

Welche Symptome können auftreten?

Schwindel, Übelkeit, Erbrechen bis hin zur Atemnot oder Hautausschlag und das innerhalb von Minuten – mit all diesen Symptomen kann sich ein anaphylaktischer Schock äußern. Es handelt sich dabei um die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Im schlimmsten Fall können die Beschwerden zu einem tödlichen Kreislaufversagen führen. Das Gefährliche ist, dass dem Betroffenen seine Allergie vorher meist nicht bekannt ist und plötzlich auftritt.

Ausgelöst werden die schweren Symptome durch eine Empfindlichkeitsreaktion des Körpers, die allerdings erst beim zweiten Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff stattfindet. Nachdem der Organismus bei einem Erstkontakt für das betreffende Allergen sensibilisiert worden ist, kommt es bei einem weiteren Kontakt zur Sofortreaktion und zur Freisetzung von Histamin.

Was löst einen anaphylaktischen Schock aus?

Auslöser für einen anaphylaktischen Schock können Medikamente (z. B. Antibiotika wie Penicillin) , Insektengift (Wespen, Bienen usw.), aber auch Nahrungsmittel wie Nüsse (besonders bei Erdnüssen kann es zu heftigen Reaktionen kommen), Eier, Schalentiere oder exotische Früchte sein.

Was ist im Notfall zu tun?

Medizinisch wird ein anaphylaktischer Schock als Notfall bewertet – man sollte daher sofort die Rettung rufen. Bei schwerwiegenden Schockzuständen muss Adrenalin eingesetzt werden, um eine Verengung der Blutgefäße, eine verbesserte Herz-Kreislauf-Funktion und ein Abschwellen der Schleimhäute zu erreichen. Um die allergische Reaktion einzudämmen, werden ein Antihistaminikum und Kortison verabreicht.

Kann man sich vor weiterem Auftreten schützen?

Wer schon einmal einen allergischen Schock erlitten hat, sollte sich auf Allergien testen lassen, damit der Kontakt mit dem Allergen naturgemäß gemieden werden kann. Auch wird die Mitführung eines sogenannten Notfallsets empfohlen, etwa bei einer Insektengiftallergie. Es enthält ein Antihistaminikum, ein Kortisonpräparat sowie einen Adrenalin-Autoinjektor, mit dem man sich sich selbst Adrenalin spritzen kann.