Wissen und Gesundheit
27.01.2014

Cannabis in der Schwangerschaft schadet Hirnentwicklung

Der THC-Konsum Schwangerer kann neuropsychiatrische Erkrankungen des Ungeborenen zur Folge haben.

Frauen, die während der Schwangerschaft Cannabis konsumieren, riskieren eine fehlerhafte Hirnentwicklung ihres ungeborenen Kindes. Die psychoaktive Cannabis-Komponente Tetrahydrocannabinol (THC) führt dazu, dass die Nervenzellen in der Gehirnrinde des Embryos Schaden erleiden. Auch nach der Geburt können längerfristige Schäden auftreten. So ist etwa das Risiko für spätere neuropsychiatrische Erkrankungen erhöht. Das geht aus einer aktuellen internationalen Studie unter der Leitung des Zentrums für Hirnforschung der MedUni Wien hervor.

Die Gehirnrinde organisiert beim Menschen die höheren kognitiven Funktionen und steuert die Bildung von Erinnerung. THC hat laut Studie einen negativen Einfluss darauf, ob und wie sich die strukturelle Basis und die Kommunikationsleitungen zwischen den Nervenzellen, die Synapsen und Axonen, entwickeln und wie sie funktionieren. Der Cannabis-Konsum während der Schwangerschaft kann bei den betroffenen Embryos lebenslange Veränderungen der Gehirnfunktion hervorrufen.

"Die medizinische Verwendung von Cannabis ist sinnvoll, soweit es sich um die Behandlung von Krankheiten handelt. Bei der Verwendung von Cannabis während einer Schwangerschaft ist es jedoch genau umgekehrt. Der Konsum während der Gehirnentwicklung beeinträchtigt ein physiologisch intaktes und sehr sensibles System, mit weitreichenden Folgen für die betroffenen Babys und Kinder", so die Forscher.