© dapd/Lennart Preiss

Erklärung
08/19/2016

Burka, Niqab, Hidschab: Worüber reden wir eigentlich?

Verschleierungen von muslimischen Frauen sind vielfältig - eine Übersicht.

Deutschlands Politiker diskutieren über ein nationales Burka-Verbot. In Teilen Frankreichs, wo die Vollverschleierung schon seit fünf Jahren untersagt ist, dürfen muslimische Frauen neuerdings nicht mehr im Burkini baden gehen. Und auch Österreichs Integrationsminister Sebastian Kurz denkt laut über ein Verbot der Burka nach. Wovon genau die Rede ist, wissen viele nicht - denn die Formen der Verschleierung im Islam unterscheiden sich je nach Region und Gesellschaft. Ein Überblick:

Die Burka, von der in diesen Tagen häufig die Rede ist, sieht man in Österreich tatsächlich sehr selten. Sie ist vor allem in Afghanistan und Teilen Pakistans verbreitet - unter der Herrschaft der Taliban waren alle Frauen zum Tragen des Ganzkörperschleiers verpflichtet, heute ist das Verbot aufgehoben. Der Umhang bedeckt den gesamten Körper, im Bereich der Augen ist ein Gitter eingenäht. Afghanische Burkas sind meist blau, es gibt sie aber auch in anderen Farben.
Viele Menschen, die von der Burka sprechen, meinen eigentlich denNiqab bzw. Nikab.In Österreich kommt er häufiger vor als die Burka, bei der, im Gegensatz zum Niqab, das ganze Gesicht verdeckt ist. Der Gesichtsschleier lässt um die Augen einen schmalen Schlitz frei und wird meist mit einem weiten, schwarzen Gewand kombiniert. Er ist vor allem auf der Arabischen Halbinsel verbreitet - in Saudi-Arabien und im Jemen trägt die Mehrheit der Frauen einen Niqab. Aber auch in Syrien, dem Irak und nordafrikanischen Ländern wird der Gesichtsschleier getragen.
"Tschador"kommt aus dem Persischen und bedeutet "Zelt". Mit dem großen, schwarzen Tuch, das über die Kleidung gewunden wird, verhüllen (vor allem konservative) Frauen im Iran ihre Haare, Ohren, den Hals und Körper. Das Gesicht bleibt frei. Heute tragen immer mehr junge Frauen stattdessen ein lockeres Kopftuch und einen leichten Mantel, eine so genannte Abaya. Diese ist in Saudi-Arabien als Mindestmaß für die Verhüllung der Frau vorgeschrieben.
UnterHijaboder auch Hidschab versteht man in der Regel ein Kopftuch. Je nach Gesellschaft werden damit die Haare und der Hals komplett bedeckt oder das Tuch locker um den Hals geschlungen. Das Tuch wird unter dem Kinn geknotet und ist das häufigste Kleidungsstück muslimischer Frauen. In vielen islamischen Staaten, wie etwa dem Jemen oder Oman, sind Muslimas zum Tragen eines Hidschabs verpflichtet.
Der Burkini:Die Wortkombination aus "Burka" und "Bikini" bezeichnet einen Schwimmanzug für muslimische Frauen, der Haare, Arme und Beine bedeckt. Zuletzt war die muslimische Badekleidung häufig in den Schlagzeilen: Im südfranzösischen Cannes ist es Frauen seit August untersagt, im Burkini baden zu gehen. Etwa zeitgleich trat bei den Olympischen Spielen in Rio erstmals eine Athletin (Beachvolleyball) im muslimischen Schwimmanzug an.
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