Wissen und Gesundheit
24.03.2017

Bluttest soll Krebs früh erkennen

Mit Hilfe von Datenbanken werden DNA-Muster verglichen. Der Praxiseinsatz ist aber erst in einigen Jahren realistisch.

Krebs bereits sehr früh - bevor noch Symptome auftreten - zu erkennen ist eine der größten Zukunftshoffnungen in der Medizin. Forscher der University of California sind zuversichtlich, nun eine Möglichkeit dazu gefunden zu haben. Sie arbeiten an einem Bluttest, mit dem die Menge an in Blut zirkulierenden Tumorzellen bzw. bereits deren DNA festgestellt werden kann. Mit diesem "CancerLocator" benannten Test soll es mit Hilfe von Datenbanken und einem Computerprogramm möglich sein, den Krebs genau im Körper zu lokalisieren. Vorerst haben sich die Forscher auf drei Krebsarten - Brust-, Lungen- und Leberkrebs - fokussiert, schreiben sie in ihrer im Fachmagazin "Genome Biology" veröffentlichten Studie. In 80 Prozent der Fälle sei der Krebs in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert worden.

Prototyp frühestens in einem Jahr

Das Team spricht schon jetzt von einem "Durchbruch". Sie hoffen, den ersten Prototyp des Tests in etwa einem Jahr fertiggestellt zu haben. In zwei bis drei Jahren könnte er dann tatsächlich klinisch zum Einsatz kommen. Vorerst ist allerdings noch Grundlagenforschung angesagt. Für eine genaue Analyse sind nämlich viele DNA-Proben notwendig. Für die Studie hatten die UCLA-Forscher 29 Patienten mit Leberkrebs, zwölf Lungenkrebs und fünf mit Brustkrebs untersucht.

Große Hoffnung auf Bluttests

Bluttests sind schon länger im Fokus der Krebsforschung und weltweit wird daran intensiv geforscht. "Die im Blut zirkulierende DNA der Tumore wird schon jetzt genutzt um bei Therapie-Entscheidungen zu helfen", erklärt der Wiener Krebsspezialist Univ.-Prof. Christoph Zielinski von der MedUni Wien. "Es ist durchaus vorstellbar, dass so ein Test schon in früheren Stadien der Erkrankung einsetzbar ist, weil bestimmte Tumore bestimmte Eigenschaften haben, die man mit so einem Test erkennen könnte." Von einem breit angewandten und präventiv eingesetzten Bluttest ist man aber noch weit entfernt.

Der britische Krebs-Epidemiologe Paul Pharoah von der University of Cambridge erklärt im "Independent", es seien erst fundierte Screening-Methoden notwendig bevor derartige Tests angewendet werden können. Als Beispiel nennt er Bauchspeicheldrüsenkrebs. Um diesen zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten, sei es nötig, im Vorfeld Tests mit hunderten und tausenden Menschen über Jahre zu machen.