Wissen und Gesundheit
14.04.2017

Albino-Zwillinge, die Karriere machen

Lara und Mara leben auf Instagram vor, wie es ist, mit Albinismus zu leben. Die Mädchen machen jetzt sogar Model-Karriere. Doch was ist Albinismus?

Lara und Mara sind Zwillinge aus São Paulo, ihre Eltern kommen aus West-Afrika. Und trotzdem haben sie schneeweiße Haut und ganz helles Haar. WIe das kommt? Beide haben einen Gendefekt - sie leiden an Albinismus. Die beiden Mädchen erleben das nicht als Last - und sie finden auch nicht, dass sie einen Makel haben. Im Gegenteil: In einem Interview mit der englischen Tageszeitung Daily Mail sprachen sie darüber, wie sehr sie ihr Aussehen mögen.

Deshalb haben sie auch einen eigenen Instagram Account wo sie regelmäßig Bilder posten. Mittlerweile haben sie 30.000 Follower und modeln sogar. Ein Fotograf aus der Schweiz hat sie für ein Projekt engagiert und auch große Modefirmen sind an den beiden hellhäutigen Schönheiten interessiert, etwa Nike.

Albinismus - was ist das?

Aber was passiert genau, wenn man mit Albinismus auf die Welt kommt? Albinismus gilt als Stoffwechselerkrankung, die zu einer Störung der Melaninbildung führz. Melanin ist ein dunkles Pigment und Farbstoff von Haut und Haaren. Es wird bei UV-Srahlung vermehrt gebildet, und wirkt schützend. Melanin macht die Haut dunkler. Bei Störung der Pigmentbildung bleibt die Haut hell, nicht nur: Sie reagiert höchst sensibel auf die Strahlung. Die Gefahr für einen Sonnenbrand steigt. Außerdem kommt Melanin in der Netzhaut und Iris der Augen vor. Folglich sind Menschen mit Albinismus auch hier betroffen: Sie sind höchst lichtempfindlich, die wichtige Stelle des schärfsten Sehens, die Makula, kann sich nicht entwickeln, was Augenzittern zur Folge hat. Oft verläuft auch der Sehnerv im Gehirn anders, die Folgen: fehlendes räumliches Sehen, Schielen.

Häufig heißt es, Menschen mit Albinismus hätten rote Augen, was so nicht ganz stimmt. Meist sind sie grau bis blau, der "Rote-Augen-Effekt" entsteht nur durch die Reflexion des Lichts an der rötlichen Netzhaut. All diese Sehschwächen sind nicht durch Brillen korrigierbar, heißt: Betroffene sehen nicht scharf, sind oft kurz- oder weitsichtig, nur Lupen helfen, damit sie bestimmte Dinge lesen können. Albinismus ist nicht heilbar.