Was hilft bei Haarproblemen?

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100 Bürstenstriche, Goji-Beeren und Sesam-Tee: 10 TCM-Tipps für gesundes Haar in der KURIER-Serie "Was hilft bei...?"

Traditionelle Arzneimittel aus der chinesischen Medizinlehre (TCM) unterstützen nicht nur die Gesundheit von innen, sondern können auch die Ausstrahlung stärken. Trockenes, stumpfes oder ergrauendes Haar wird als sichtbares Zeichen sich verändernder Lebenszyklen, Unausgeglichenheit der Lebensessenz "Jing" oder Erkrankungen gesehen. In der mehr als 2000 Jahre alten Lehre entstanden daher auch Rezepte und Behandlungen, die sich schönem und glänzendem Kopfhaar widmen sowie Haarausfall und Schuppen vorbeugen sollen. Wichtiger Pfeiler dabei: Die Ernährung - sie beeinflusst laut TCM Haarwachstum und -gesundheit wesentlich mit.

Zusätzlich sollen äußere Anwendungen wie selbstzusammengestellte Shampoos helfen. Ein Ratgeber fasst 70 traditionelle chinesische Hausmittel zusammen. Wir stellen Ihnen zehn der Tipps für gesundes Haar vor:

In der traditionellen chinesischen Medizin gilt das Kopfhaar als "Ausläufer des Blutes". Für schöne, glänzende Haare werden daher blutbildende Substanzen als wesentlich gesehen. Goji-Beeren. So sollen etwa Goji-Beeren die Blutbildung unterstützen. Tatsächlich wird den roten Beeren, die auch Bocksdornfrüchte genannt werden, nachgesagt, dass sie Haar- und Nagelwachstum anregen und grauen Haaren vorbeugen. Maulbeerblätter. Das Schampoo aus Maulbeerblättern soll das Austrocknen der Haare verhindern und gegen Kopfjucken wirken. Dazu zwei Esslöffel Maulbeerblätter in Wasser kochen, abkühlen lassen, abseihen und die Flüssigkeit als Schampoo benutzen. Schwarze Sesamsamen. Als Mittel zur Vorbeugung gegen frühzeitiges Ergrauen und Haarausfall gilt Sesam-Tee. Dazu sechs Gramm angeröstete schwarze Sesamsamen mit drei Gramm grünen oder schwarzen Teeblättern aufgießen und zehn Minuten lang ziehen lassen. Der Tee schwarzer Sesamsamen soll laut TCM außerdem raue Haut glätten und Tinnitus lindern. Knöterichwurzel. Die Wurzel des vielblütigen Knöterichs soll als Medikament über längere Zeit eingenommen, dem Haar zum Nachwachsen verhelfen und zwar in der ursprünglichen Haarfarbe. Die Knöterichwurzel verhindert laut TCM also das Ergrauen der Haare. Auf Chinesisch heißt die Wurzel "he shou wu", was übersetzt bedeutet "Herrn He’s Haar wird wieder schwarz". Auch bei Personen, die unter Haarausfall leiden soll das Haar wieder nachwachsen. Geröstete Karotten. Bei trockenem Haar greift man in der TCM zu gerösteten Karotten: 500 Gramm Karotten mit Sojabohnenöl rösten und als Beilage essen. Das Rezept soll auch vorzeitigem Ergrauen vorbeugen. Salzwasser. Gegen Schuppen soll helfen, die Haare am Abend mit Salzwasser zu waschen oder Essig in die Kopfhaut einzumassieren. Salz oder Essig werden dann am nächsten Morgen ausgespült. Anti-Schuppen-Schampoo. Der TCM-Arzt Sun Simiao entwickelte bereits im siebenten Jahrhundert ein Rezept für ein Anti-Schuppen-Schampoo: 30 Gramm Marillenkerne, 30 Gramm schwarze Sesamsamen, eventuelle 50 Gramm Seifenbohnenfrüchte. Alle Zutaten fein zerstampft und mit warmem Wasser vermischt ergeben das Schampoo. Laut TCM ist es nur für trockenes, nicht aber für fettiges Haar geeignet. 100 Bürstenstriche. In der chinesischen Medizin wird empfohlen, das Haar mit 100 Bürstenstrichen pro Tag zu kämmen. Dies wird jedoch nicht nur zur Haarpflege gemacht, sondern soll die auf dem Kopf verlaufenden Energiebahnen massieren. Ingwer-Ginseng. Gegen kahle Stellen gibt es ein Haarwuchsmittel aus Ingwer und Ginseng, dessen Rezept im 13. Jahrhundert entstand. Dazu 30 Gramm frische Ingwerschale und 30 Gramm Ginsengwurzel fein zermahlen, auf Ingwerscheiben auftragen und damit die kahlen Stellen jeden zweiten Tag einreiben. Walnuss-Sesam-Milch. Der Trank soll Haarwuchs fördern und auch für schöne Haut sorgen. Zutaten: 30 Gramm geriebene Walnüsse, 180 Milliliter Kuhmilch, 180 Milliliter Sojamilch, 20 Gramm geriebene schwarze Sesamsamen und etwas Zucker. Alles zusammen unter ständigem Rühren erhitzen. "Die Kraft chinesischer Hausmittel. Gesund und vital durch das Jahr" von Gertrude Kubiena.
Der Ratgeber enthält mehr als 70 Rezepte aus der traditionellen chinesischen Medizin, die Gesundheit und Ausstrahlung von innen stärken sollen. Gertrude Kubiena ist Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, langjährige Präsidentin der Medizinischen Gesellschaft für chinesische Gesundheitspflege und Sinologin. Seit 1972 beschäftigt sie sich mit TCM.

(kurier) Erstellt am
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