Eine Schaufel von der ÖBB beim Semmering-Tunnel

© APA/GEORG HOCHMUTH

Infrastruktur
10/19/2016

Zwölf Milliarden Euro für Wien–Klagenfurt

Nach dem Ausbau der Westachse sind Züge dann auch schneller in den Süden unterwegs. Aber erst nach 2022.

von Franz Jandrasits

Bis der erste Zug durch den Semmering-Basistunnel fährt, vergehen noch zehn Jahre. Dann aber können ÖBB-Passagiere in 1:50 Stunden von Wien nach Graz und – durch den dann bereits fertigen Koralmtunnel – in 2:40 nach Klagenfurt fahren. Solange brauchen Züge heute von Wien nach Graz. Die Strecke GrazKlagenfurt wird mit 45 Minuten zur "Pendler-Distanz". Auch der Güterverkehr profitiert von den Tunnels, erklärt ÖBB-Chef Andreas Matthä. Auf der neuen Strecke können 1600 Tonnen schwere Züge dann mit nur einer Lok fahren.

Mit dem – allerdings lange vor seinem Amtsantritt beschlossenen und budgetierten – Ausbau der Infrastruktur im Süden will Infrastrukturminister Jörg Leichtfried die Wirtschaft in dieser Region mit insgesamt 3,5 Millionen Einwohnern dauerhaft ankurbeln. Ähnliche Effekte habe es bereits durch den Ausbau der Westachse gegeben, vor allem St. Pölten habe die Anbindung an die Hauptachse einen Wachstumsschub beschert.

Milliarden-Wertschöpfung

Bereits durch den Bau der Infrastruktur selbst wird die Konjunktur angekurbelt. Eine Milliarde Euro Investition bedeuten laut Berechnung von Christian Helmenstein, Vorstand des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica, 1,1 Milliarden Euro an zusätzlicher Wertschöpfung. Allein in der Bauphase würden außerdem insgesamt 175.000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert, das seien 25.000 pro Jahr. Profitieren würde vor allem die regionale Wirtschaft, weil sie besser an andere Regionen und Ballungszentren angebunden seien.

Flächendeckend ausgebaut werden soll in den 500 Gemeinden entlang der Südstrecke mit rund 370 Millionen Euro das Breitband-Netz. Und als ein Schwerpunkt von Forschung und Entwicklung sollen die bereits vorhandenen Technologiezentren wie der Metallurgie-Cluster in der östlichen Obersteiermark oder der Mikroelektronik-Cluster "Silicon-Alps" zwischen Steiermark und Kärnten gezielt gefördert werden. Dafür sind rund 200 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen.

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