Wirtschaft 05.12.2011

Zuversicht für Aktien an der Wiener Börse

Prognose nach der Einigung auf dem EU-Sondergipfel: Heimische Titel sollen wieder in der Gunst der Anleger stehen.

Nach der Einigung auf dem EU-Sondergipfel auf weitere Hilfe für Griechenland sollten sich die Aktienmärkte beruhigen. "Zumindest kurzfristig. Also für die nächsten Monate", sagt Thomas Neuhold, Leiter der Bank-Austria-Aktienanalyse. Die Wurzel des Problems aber bleibe bestehen: die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft. Erst wenn die Aktienhändler davon überzeugt seien, dass Griechenland seine Wirtschaft strukturell ändere, werde auch langfristig Zuversicht an den Börsen eintreten.

Kurse sollten nach oben zeigen

Zunächst aber sollten die Aktienkurse zumindest bis Jahresende nach oben zeigen. Die Wiener Börse, die in den vergangenen Monaten besonders unter Kursrückgängen gelitten habe, sollte wieder in die Gunst der Anleger rücken und mehr als andere Finanzplätze gewinnen. Positiv für die Wiener Aktien sei die starke Ausrichtung der börsenotierten Unternehmen auf Osteuropa sowie das hohe Gewinnwachstum der Firmen und die äußerst günstige Bewertung der Aktien. Neuhold sieht den ATX bis Jahresende auf 3000 Punkte klettern. Seine Empfehlung lautet: Defensive Titel wie EVN, gemischt mit dividendenstarken Papieren wie die Post, voestalpine und im Osten gut verankerte Unternehmen wie Erste Group und Strabag.

Eine Erholung der heimischen Börse im zweiten Halbjahr erwartet auch die Erste Bank. Chefanalyst Fritz Mostböck prognostiziert den ATX mit 2900 Punkten zu Jahresende. Seine Top-Tipps lauten: OMV, RHI, Immofinanz, voestalpine und Austria Metall AG (Amag). Die Amag empfehlen auch die Analysten der Raiffeisen Centrobank in einer Ersteinschätzung zum Kauf.

An den Devisenmärkten bleibt die Schuldenkrise in Europa und den USA vorläufig das beherrschende Thema. Zum Wochenstart setzten Anleger einmal mehr auf den Schweizer Franken. Der US-Dollar verlor rund 0,8 Prozent gegenüber dem Franken, der Euro rutschte im Verhältnis zur Schweizer Währung sogar zeitweise um bis zu 1,1 Prozent ab.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011