Wirtschaft
01.08.2017

Zulassungsstopp für Porsche Cayenne in Österreich

Porsche muss nun europaweit 21.500 Fahrzeuge in die Werkstatt zurückrufen und mit einer neuen Software ausstatten.

Beim Porsche Cayenne Diesel 3 Liter ist eine unzulässige Abschalteinrichtung für die Reinigung von Abgasen festgestellt worden. Daraufhin wurde in Deutschland ein Zulassungsstopp verhängt. Dieser gelte auch in Österreich, hieß es am Dienstag auf Anfrage der APA im Verkehrsministerium.

Porsche muss nun europaweit 21.500 Fahrzeuge in die Werkstatt zurückrufen und mit einer neuen Software ausstatten. Davon sind in Österreich 427 Fahrzeuge betroffen, sagte ein Sprecher von Porsche Österreich zur APA. Ab Herbst, sobald die neue Software vom deutschen Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) genehmigt sei, werden die Fahrzeuge in die Werkstatt gerufen und die Software ergänzt. Das Update werde "weniger als eine Stunde" dauern.

Keine Beeinträchtigung bei Produktion

Durch den Zulassungsstopp für den Geländewagen Cayenne wird die Produktion nach Unternehmensangaben nicht beeinträchtigt. Die Entscheidung habe zunächst keinen Einfluss auf das Werk in Leipzig.

In der Fabrik in Sachsen laufen neben dem Cayenne auch der kleinere Geländewagen Macan und der viertürige Panamera vom Band. Porsche fertigt in dem Werk je nach Auftrag und hat keine festgelegten Stückzahlen für bestimmte Modelle, wie dies etwa Massenhersteller haben. Zudem befinde sich der Cayenne am Ende des Modellzyklus und sei daher ohnehin weniger gefragt.

Unzulässige Abschalteinrichtung entdeckt

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte mitgeteilt, dass bei einer Variante des Cayenne, dem Modell mit V6-Zylinder Diesel-Motor mit drei Litern Hubraum und der Abgasnorm Euro 6, eine unzulässige Abschalteinrichtung entdeckt worden sei. Die Motorsteuerung erkennt demnach, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet und funktioniert auch nur dann. Im normalen Verkehr ist die Software nicht aktiv. Betroffen sind europaweit rund 22.000 zugelassene Cayenne, in Deutschland sind es 7.500. Die Fahrzeuge sollen für ein Softwareupdate in die Werkstätten gerufen werden.

Dieselmotor stammt von Audi

Porsche hatte erklärte, die Unregelmäßigkeit der Motorsteuerungssoftware sei bei eigenen Tests festgestellt und dem Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet worden. Der Motor stammt von der Schwestermarke Audi, die bereits tief in den Abgasskandal verstrickt ist. Porsche selbst stellt keine Dieselmotoren her. Der Diesel-Anteil bei Porsche liegt nach Unternehmensangaben weltweit bei 15 Prozent und damit deutlich niedriger als bei andern Oberklasseherstellern.

Dobrindt hatte den Verdacht geäußert, dass der baugleiche VW Touareg eine ähnliche Softwareprogrammierung hat wie der Cayenne. VW erklärte dazu auf Anfrage, man gehe der Sache nach.