Wirtschaft
19.04.2017

Zalando enttäuscht Anleger beim Gewinn

Aktie unter Druck.

Preisnachlässe im Winterschlussverkauf haben die Gewinne von Europas größtem Online-Modehändler Zalando im ersten Quartal belastet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag von Jänner bis März zwischen 10 und 30 Mio. Euro, wie das Berliner Unternehmen am Mittwoch nach ersten Berechnungen mitteilte. Das entspricht einer Gewinnmarge von 1,0 bis 3,0 Prozent.

Da Analysten hier drei Prozent vorhergesagt hatten, fiel der Aktienkurs um mehr als fünf Prozent. Für das Gesamtjahr strebt Zalando unverändert einen Wert von fünf bis sechs Prozent an.

"Das erste Quartal ist auf der Margenseite natürlich immer sehr schwierig, weil wir da den Winterschlussverkauf haben", sagte Zalandos Co-Vorstandschef Rubin Ritter. Mit großen Preisnachlässen versuchen die Händler, ihre Winterware loszuschlagen und die Lager zu räumen. "Aber natürlich sind es auch Investitionen, die auf die Marge erst einmal kurzfristig drücken, bevor sie sich dann langfristig auszahlen."

Zalando will heuer 200 Mio. Euro für Investitionen in die Hand nehmen - um rund zehn Prozent mehr als 2016. Das Geld soll vor allem in Infrastruktur, Automatisierung und Software fließen. Die geringere Gewinnmarge sei kein Grund zur Sorge, sagte Analyst Thomas Maul von der DZ Bank. "Wir glauben, dass die Kombination aus Mode-Know-how, hoher Betriebseffizienz und innovativer Technologie Zalando einen Wettbewerbsvorteil verschafft".

Der Umsatz stieg im ersten Quartal zwischen 22 und 24 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 971 bis 987 Mio. Euro. Analysten hatten 982 Mio. Euro erwartet. Vor einem Jahr hatte es ein Wachstum von 24 Prozent gegeben, im vorangegangenen Quartal von 26 Prozent. "In Summe ist es sehr gut gelaufen im ersten Quartal", sagte Ritter. "Das Sortiment für die neue Saison ist sehr gut angelaufen." Er bekräftigte das Ziel, den Umsatz in diesem Jahr zwischen 20 und 25 Prozent zu steigern. Genauere Zahlen für das erste Quartal sollen am 9. Mai veröffentlicht werden.

Das 2008 in Berlin gegründete Unternehmen verkauft online etwa 1.500 Marken in 15 Ländern. Heuer will es erneut 2.000 Arbeitsplätze schaffen, davon die Hälfte in Berlin. Damit würde die Zahl der Mitarbeiter auf insgesamt 14.000 steigen.