Wirtschaft
20.08.2017

Zackenstreit um "Toblerone"

Britischer Diskonter kopierte den Schokoriegel und handelte sich Klage vom Hersteller Mondelez ein. Der Fall ist nicht so eindeutig, wie er scheint.

Toblerone“ gegen „Twin Peaks“ wird ein Fall fürs Gericht. Weil der britische Diskonter Poundland einen eignen Schokoriegel in Zackenform auf den Markt brachte, handelte er sich laut Tagesanzeiger jetzt eine Markenrechtsklage vom US-Lebensmittelriesen und Toblerone-Hersteller Mondelez ein.

Der Fall ist jedoch brisant, weil Mondelez Design und Form seines Schokoriegels in Großbritannien im Vorjahr selbst veränderte und damit die Kopie erst ermöglichte. Der Konzern reagierte als Folge des Brexit-Votums auf sinkende Margen durch einen schwachen Pfund-Kurs und reduzierte bei der Toblerone die Anzahl der Zacken von elf auf neun und das Gewicht der Standardpackung von 170 auf 150 Gramm. Als Gegenzug wurden die Täler zwischen den Zacken breiter, der Preis blieb jedoch unverändert.

Weil es einen Aufschrei unter den Konsumenten gab, reagierte Poundland darauf und brachte den Billig-Schokoriegel „Twin Peaks“ mit zehn Zacken und schmalen Tälern heraus. Damit gleicht das Produkt dem "alten" Toblerone, nicht jedoch dem neuen. Auch weise "Twin Peaks" einen unverwechselbaren, britischen Geschmack auf, rechtfertigt sich der Diskonter laut Guardian.

Selbst kopiert?

Mondelez habe mit seiner Designanpassung den Schutzanspruch selbst aufgegeben. Der Konzern habe sich quasi selbst kopiert. Poundland findet, der Konzern könne deshalb nicht mehr für sich beanspruchen, mit dem Produkt "unverwechselbar" zu sein. Eine Markenrechtsexpertin erklärte gegenüber der Zeitung, diese Argumentation habe durchaus etwas. "Je länger man eine Marke gleichbleibend braucht, desto stärker ist der Anspruch."

Jetzt müssen die Gerichte entscheiden, bis dahin darf "Twin Peaks" nicht in die Verkaufsregale.