Wirtschaft
11.07.2017

Wüstenrot-Chefin Riess: Übernahme "kein Thema"

Medienberichte über Cerberus-Interesse an deutscher Wüstenrot Bank. Wüstenrot Österreich aber nicht mir ihr verflochten.

Wüstenrot Österreich betont seine Eigenständigkeit, nachdem Medien zuvor über ein Interesse des US-Investors und BAWAG-Eigentümers Cerberus an der deutschen Wüstenrot Bank berichteten. "Eine Übernahme durch die BAWAG oder wen auch immer ist kein Thema, wir sind seit 90 Jahren selbstständig und werden das bleiben", sagte Wüstenrot-Österreich-Chefin Susanne Riess am Dienstag zur APA.

"Wir wollen selbstständig sein"

"Wir wollen keine neuen Eigentümer, wir wollen in allen Bereichen selbstständig sein." Wüstenrot Österreich - bestehend aus Bausparkasse und Versicherung - sei keine Tochter der deutschen Wüstenrot-Gruppe. Es gebe auch keine gesellschaftsrechtlichen Verflechtungen, außer einer "nostalgischen Beteiligung" von 0,5 Prozent der Deutschen an den Österreichern. Man sei zwar in den 1990-er Jahren gemeinsam nach Osteuropa gegangen. Mittlerweile ist auch dies fast zur Gänze entflochten - Wüstenrot Österreich ist in der Slowakei und in Kroatien tätig, Wüstenrot Deutschland in Tschechien. Nur die ungarischen Bausparkasse gehört noch beiden Gruppen gemeinsam.

BAWAG wichtiger Vertriebspartner

"Die BAWAG ist in Österreich einer unserer wichtigsten Vertriebspartner", sagte Riess. Wüstenrot Österreich kooperiere auch mit anderen Banken, die keinem Sektor zugehören, etwa mit der Bank Austria und der 3-Banken-Gruppe. Das Geschäft wachse gut, man habe auch keine Übernahmeabsichten.

Wer ist beteiligt?

Die Bausparkasse Wüstenrot gehört zu 94,49 Prozent der BWA Beteiligungs- und Verwaltungs-Aktiengesellschaft. Deren Haupteigentümerin (rund 77 Prozent) ist die Wüstenrot Wohnungswirtschaft registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, zweitgrößte Aktionärin ist die UniCredit Bank Austria (12,6 Prozent). Die Wüstenrot Versicherung steht im Eigentum der Wüstenrot Bausparkasse (86 Prozent). Beteiligt ist an der Versicherung derzeit noch die Wiener Städtische Versicherung, deren Anteil aber bis 2024 abschmelzen wird.

Über das Interesse von Cerberus an der deutschen Wüstenrot Bank hatten Ende der Vorwoche deutsche Medien berichtet. Der US-Investor verhandle mit dem deutschen Bauspar- und Versicherungskonzern W&W (Wüstenrot & Württembergische) über eine Übernahme von dessen Tochter Wüstenrot Bank, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) laut Reuters ohne Angabe von Quellen.