Wirtschaft
13.05.2015

WU-Professor Franz Hörmann ist pleite

Die Schulden werden mit rund 205.000 Euro beziffert. Neues Buch "Geld oder Leben" soll u.a. Sanierungsplan finanzieren.

Mit dem Buch „Das Ende des Geldes“ lieferte er als Co-Autor einen Bestseller in Österreich. Das außergewöhnliche Buch erklärt, wo unsere "Krise" herkommt und weshalb das (verzinste Schuld-)Geldsystem die wahre Ursache ist, heißt es auf seiner Homepage. Jetzt ist Franz Hörmann, laut eigenen Angaben dienstfreigestellter Professor der Wirtschaftsuniversität, ein Fall für das Insolvenzgericht Wien.

Der Professor, der als Galionsfigur der alternativen Finanzierung gilt, hat bereits Mitte April 2015 ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Er wurde aber vom Gericht beauftragt, weitere Urkunden und eine Finanzierungsplan vorzulegen. Laut Gerichtsedikt ist das Verfahren am Dienstag eröffnet worden. Insolvenzverwalter ist der renommierte Wiener Anwalt und Sanierungsexperte Matthias Schmidt. Den Gläubigern will der streitbare WU-Professor 30 Prozent Quote innerhalb von zwei Jahren bieten. Dabei soll es sich aber nur um die „untere Grenze des Quotenprozentsatzes“ handeln.

"Projekte nicht aufgegangen"

„Wir sind guter Dinge. Es liegen alle Voraussetzungen vor, dass der Sanierungsplan erfüllt wird“, sagt sein Anwalt André Zankl von der Kanzlei Plankel & Partner, zum KURIER. „Die Insolvenzursache sind Projekte, die nicht aufgegangen sind.“ Laut Zankl wird Hörmann die notwendigen Mittel für die Finanzierung der Gläubigerquote durch seine Autoren-, Beratungs- und Vortragstätigkeit beschaffen.“ Im Antrag heißt es dazu: „Aufgrund der Dienstfreistellung der Wirtschaftsuniversität Wien ist es dem Schuldner möglich, seine gesamte Arbeitskraft seiner selbstständigen Tätigkeit zu widmen. Die Dienstfreistellung ist auf zwei Jahre befristet. Die Nutzungsmöglichkeit der Einrichtungen der Wirtschaftsunis sind weiterhin gegeben.“

Schulden und Vermögen

Laut Insolvenzstatus betragen die Schulden rund 205.000 Euro, davon entfallen 75.000 Euro auf zwei Banken, zirka 60.000 Euro auf eine Masseverwalterin, rund 49.000 Euro auf eine Beratungsfirma, 15.000 Euro auf eine Immobilienfirma, 2500 Euro auf eine Kreditkartenfirma und 1500 Euro auf einen Notar. Die Aktiva werden mit insgesamt 587,91 Euro beziffert.

Die Finanzierung der Sanierung

Der WU-Professor will im Sommer eine neues Buch mit dem Titel "Geld oder Leben" fertigstellen, das in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf den Markt kommen soll. Die erste Auflage soll 9600 Exemplare betragen. Hörmann schätzt, dass ihm das Buch nach einem Jahr rund 153.600 Euro Tantiemen einspielen wird. Detail am Rande: Von seinem Buch " Das Ende des Geldes" wurden ausschließlich in Österreich 8000 Stück verkauft. Derzeit werde es auf Türkisch und Slowakisch übersetzt. Weiters will er mit Interviews Honorareinnahmen generieren und am Querdenken-Kongress Aschaffenburg Vorträge halten.

Freistellung bei vollen Bezügen

Außerdem will er mit der Genossenschaft OSBEEE (Open Source Banking Economy) das neue elektronische Geldsystem "InfoMoney" einführen, eine Parallelwährung. "Zur Umsetzung und Erforschung dieser Parallelwährung werde ich von der Wirtschaftsuniversität Wien bei vollen Bezügen zu 100 Prozent dienstfreigestellt", heißt es im Finanzplan Hörmanns. Laut Bezugszettel 2014, den Hörmann dazu anführt, betrugen bzw. betragen seine Einnahmen aus dem Dienstverhältnis zur WU Wien rund 65.900 Euro pro Jahr.

Neues Geldsystem "InfoMoney"

Indes soll das "InfoMoney" sicherer sein als Bitcoins. Die Genossenschaft dazu soll am 26. Mai 2015 gegründet und über Genussscheine finanziert werden, heißt es in Hörmann Finanzierungsplan. Der WU-Professor soll vermittelten Genussscheine ein Prozent einstreifen. "Die Einführung von InfoMoney wird für Banken ein neues Geschäftsmodell darstellen und es eröffnet auch neue Beratungsmodelle für die Transformation des Bankgeschäftes", heißt es im Insolvenzakt. Vorgestellt wird das neue Geldsystem auf der Website www.zukunftsbanken.eu. Professor Hörmann will in Sachen InfoMoney pro Beraterstunde 800 Euro Honorar pro Stunde einnehmen. Pro Monat rechnet er mit zehn Beraterstunden.