Wirtschaft mahnt Gewerkschaft zu Mäßigung

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Mehr als die Inflationsabgeltung und ein Einmal-Betrag seien nicht drinnen, sagt der Sprecher der Metall-Arbeitgeber.

Erst in einem Monat, am 22. September, starten die Lohnverhandlungen für das kommende Jahr - traditionsgemäß mit den Metallern. Nicht nur deren Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Vertreter positionieren sich schon jetzt.

Wie berichtet verlangen Wolfgang Katzian, Chef der Privatangestelltengewerkschaft, und Rainer Wimmer, Frontmann der Metaller, ein sattes Plus für ihre jeweilige Klientel. Sie fühlen sich argumentativ gerüstet: Das Wirtschaftsjahr sei gut gewesen, die Inflation sei hoch (derzeit 3,5 Prozent). Und so wollen beide "auf die Teuerungsrate einen ordentlichen Prozentsatz drauf". 0,1 oder 0,2 Prozent würden nicht reichen.

Vorsicht

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Die Wirtschaftsvertreter liefern Gegenargumente. "Wir haben eine Phase des Wiederaufschwungs gehabt. Wir sind aber von Deutschland abhängig - und dort hat das Wachstum im zweiten Quartal dieses Jahres stagniert. Dazu kommt die Unsicherheit an den Börsen und mit dem Euro", sagt Christoph Hinteregger, Chefverhandler der Metaller-Arbeitgeber, zum KURIER. "Daher ist Vorsicht geboten."

Im Übrigen sei nicht von der jetzigen Inflation auszugehen. "Maßgabe ist der Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate. Damit liegen wir unter drei Prozent." Was ist er zu geben bereit? "Die Inflationsabgeltung und einen Einmal-Betrag, der den Wiederaufschwung berücksichtigt." Das heißt: Die Höhe soll sich nach dem Erfolg des Unternehmens richten.

Eine Einmal-Zahlung war bereits im Vorjahr für die 170.000 Metaller ausverhandelt worden: zumindest 45 Euro. Generell gab es 2,5 Prozent mehr Mindest- und 2,3 Prozent mehr Ist-Lohn. Der Metaller-Abschluss ist richtungsweisend für die anderen Branchen. Dort halten sich die Arbeitgeber noch zurück. Handelsobmann Fritz Aichinger sagt lediglich: "Ich nehme die Töne der Gewerkschafter zur Kenntnis." Er will konkrete Forderungen abwarten.

ÖVP-Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner sagt zu jenen der Arbeitnehmer-Vertreter: "Bei all dem Säbelrasseln - man darf die Betriebe nicht überfordern. Auch Unternehmer spüren die Inflation, bei Rohstoff- und Stückpreisen. Und laut Prognosen geht sie zurück. Gefragt sind Maß und Ziel." Hinteregger versucht zu beruhigen: "Wir werden auch diesmal einen Abschluss schaffen, mit dem beide Seiten leben können."

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(kurier) Erstellt am
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