Wirtschaft
02.09.2016

"Wir sind der Hotel-Entwickler erster Wahl"

UBM-Chef Winkler will das Kerngeschäft weiter ausbauen. In Berlin baut UBM neues Zalando-Headquarter.

Thomas Winkler ist noch keine 100 Tage Vorstandschef des börsennotierten Immobilienentwicklers UBM, da lässt er schon mit einer starken Ansage aufhorchen.

"Das Marktumfeld ist für uns ideal, wir sind einer der Profiteure der wirtschaftlichen Unsicherheiten. Denn das Grundbuch ist besser als das Sparbuch", sagt der UBM-Chef. "Die Erlöse aus den Verkäufen konnten wir im ersten Halbjahr 2016 um 60 Prozent auf 116,6 Millionen Euro steigern." Nachsatz: "Wir werden alles daran setzen, heuer den Vorsteuergewinn des Vorjahres in Höhe von 50 Millionen Euro wieder zu erreichen."

Dass die Netto-Verschuldung der UBM um 40 Millionen auf knapp 650 Millionen Euro gestiegen ist, gehöre zur Strategie. "Der Grund ist, dass wir mehr investiert als verkauft haben", sagt Winkler. Aufgrund weiterer Investitionen werde die Nettoverschuldung aber erst in den nächsten zwölf Monaten ihren Höhepunkt erreichen.

"Wir sind der Hotelentwickler erster Wahl in Europa", sagt der Finanzexperte mit der nötigen Portion Selbstvertrauen. "Wir haben in den vergangenen Jahren 40 Hotels mit 9000 Zimmern entwickelt und verkauft." Weitere 13 Hotels mit 3270 Zimmern und einem Investmentvolumen in Höhe von 500 Millionen Euro sind derzeit in der Pipeline. Kernmärkte sind Österreich, Deutschland und Polen, aber die Niederlande und Tschechien kommen nun dazu.

Sandwich-Funktion

"Wir folgen unseren Kunden", sagt Winkler. Da aber die großen Hotelketten immer weniger in die Eigentümer- oder Pächterrolle schlüpfen, sondern nur Betreiber sein wollen, fungiert die UBM auch als Pächter. Bei 14 Hotels ist UBM in dieser "Sandwich-Funktion" und verdient dabei gut. Eigentümer der Hotels sind klassische institutionelle Immobilien-Investoren. Sechs Hotels gehören UBM selbst.

"Wir sind primär ein Entwickler, weil man damit am meisten Ertrag erzielen kann", sagt er. Das gesamte Immobilienportfolio hat einen Buchwert in Höhe von 1,287 Milliarden Euro, je 500 Millionen Euro entfallen auf den Bestand und das Entwicklungsgeschäft, rund 200 Millionen auf die Hotels. Und 100 Millionen Euro betragen die Grundstücksreserven. Das Geschäftsmodell umfasst weiterhin Büros, Hotels und Wohnungen, die Handelsimmobilien will er verkaufen. Sechs Großprojekte mit insgesamt 130.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entwickelt die UBM am Wiener Hauptbahnhof, eines ist bereits verkauft. Und am Dienstag findet in Berlin die Grundsteinlegung für ein neues Headquarter (50.000 Quadratmeter Fläche ) des Online-Händlers Zalando statt. Winkler: "Das ist für uns ein riesiges Projekt."