Wirtschaft 01.03.2018

Wiener Wohnungsmarkt: Wer kann das bezahlen?

Es wird weiter in den Neubau investiert. © Bild: KURIER/Gerhard Deutsch

Neue Eigentumswohnungen in Wien kosten von 4000 bis 6500 Euro pro Quadratmeter.

Heuer geht es sich mit dem Wohnungsneubau ausnahmsweise sogar aus. Die Zahl der Zuwanderer nach Wien wird etwa so groß sein, dass sie in den neugebauten Wohnungen untergebracht werden könnten. Allerdings wurden in den vergangenen Jahren um jeweils rund 5000 Wohnungen zu wenig gebaut. Es gibt also beträchtlichen Aufholbedarf. Die Preise sollen laut Immo-Experten "moderat steigen" (Mieten plus 1,5 Prozent, Kaufpreise plus drei Prozent), wobei vor allem die Baukosten zulegen.

Zuwanderer

Allerdings ist offen, ob sich Zuwanderer oder andere Wohnungssuchende die neuen Wohnungen auch leisten können. Außerhalb des Stadtzentrums betragen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen zwischen 4000 und 5500 Euro pro. Eine 85 Quadratmeter große Wohnung hat daher einen Kaufpreis von rund 400.000 Euro. In den teueren Regionen der Stadt können es auch 6500 Euro und bei Luxusimmobilien noch mehr sein.

Die Zahl der potenziellen Käufer ist bei solchen Summen endenwollend. Wer auf reiche Russen als Interessenten wartet, ist um einige Jahre zu spät dran. Ein beträchtlicher Teil der zuletzt neugebauten Wohnungen gehört deutschen Immobilieninvestoren.

Der Trend zu kleinen Wohnungen mit unter 50 Quadratmeter Wohnfläche hält an. Das ist für viele Wohnungssuchende noch eher finanzierbar. Vor allem wenn die Wohnung nicht gekauft, sondern nur gemietet wird.

Folge den Brieftaschen

"Wir folgen den Brieftaschen unserer Kunden", lautet dazu der Kommentar von Buwog-Chef Daniel Riedl. Sein Konzern setzt daher verstärkt auf den Bau von Mietwohnungen. Langfristig sollen 50 Prozent der Immobilien vermietet werden. Derzeit gehören der Buwog rund 49.000 Immobilieneinheiten. Zu den Verhandlungen über eine Übernahme der Buwog durch den deutschen Wohnungskonzern Vonovia mit 350.000 Wohneinheiten wollte Riedl keinen Kommentar abgeben.

Die Wohnungsexpertin des Immobiliendienstleisters EHL, Sandra Bauernfeind, möchte, dass gegen Spekulanten vorgegangen wird, die Grundstücke mit Baugenehmigung bewusst nicht verbauen, sondern auf Wertsteigerungen warten.

( kurier.at ) Erstellt am 01.03.2018