Wien wird zu teuer: Wohnbau drängt nach Niederösterreich

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Foto: APA/HELMUT FOHRINGER So wie jetzt schon in Wien wird der Wohnbau auch in Niederösterreich boomen

Wer günstig und nicht zu weit von Wien entfernt wohnen will, muss in Tulln , St. Pölten, Korneuburg und Wiener Neustadt suchen.

Die "magische Grenze" ist in Wien längst überschritten: "4000 Euro pro Quadratmeter neuer Eigentumswohnung. Das ist das Limit, drüber findet man wenig Käufer", sagt Christoph Schäffer. Er leitet die Noe Immobilien Development AG (NID), die mehrheitlich privaten Investoren und zu 48 Prozent der Hypo Niederösterreich gehört.

In Wien mangle es an Baugründen und wenn es welche gebe, seien sie enorm teuer. Bei den derzeit niedrigen Zinsen wolle niemand Gründe verkaufen, die Geldanlage bringe ja nichts. Die NID, die selbst zwei Immo-Projekte in Wien hat, sieht die Zukunft des leistbaren Wohnens in den neuen Ballungszentren Niederösterreichs. "Stockerau, Korneuburg, Tulln sowie St.Pölten und Wiener Neustadt. Dort kann man Eigentumswohnungen bauen, wo noch ein Dreier vorne steht", sagt Schäffer. Also 3000 Euro pro Quadratmeter.

250 Millionen Euro an Investitionen hat die NID in Immobilien-Entwicklungsprojekten stecken, 90 Prozent davon liegen in Niederösterreich. Mit dem neuen Wiener Hauptbahnhof sieht Schäffer vor allem St. Pölten als Magnet für Menschen, die Wohnungen suchen. In 25 Minuten sei man von dort am Hauptbahnhof in Wien. "Das ist schneller als viele Wiener von ihrer Wohnung zum Arbeitsplatz brauchen", sagt der NID-Chef.

Klein, aber teuer

Der Trend im Wiener Neubau geht in Richtung Klein- und Kleinstwohnungen. Häuser, in denen nur Wohnungen mit 25 bis 40 Quadratmeter errichtet werden, sind nicht selten. Die Mieten dafür liegen bei rund 600 Euro, was für viele leistbar ist.

Schäffer hält von diesen extremen Mini-Wohnungen nichts. "Da gehen die Planer davon aus, dass die Menschen fast nie zu Hause essen. Das ist nicht der Durchschnitt",sagt er. Die NID baue nicht kleiner als 45 Quadratmeter, der Durchschnitt liege bei 60 Quadratmetern. Damit die Wohnungen auch leistbar sind, dürfen die Projekte nicht zu klein sein. "Unter 100 Wohnungen je Projekt bauen wir nicht", so Schäffer.

Dass Wohnungen heutzutage nicht unter 3000 Euro pro Quadratmeter im Eigentum angeboten werden könnten liege zum einen an den deutlich gestiegenen Preisen für Baugrundstücke, zum anderen am hohen Standard. "Dachgeschoße ohne Klimaanlagen sind nicht verkäuflich", erklärt Schäffer. Auch Balkone seien ein Muss. Teuer sei zudem die Energieeffizienz. Von Passivhäusern hält Schäffer aber wenig. "Das wollen viele Menschen nicht. Sie wollen lüften, wenn sie am Morgen aufstehen und nicht wenn es das ausgeklügelte Energiesystem vorschreibt", ist er überzeugt.

Bereit für E-Autos

Für die wachsende E-Mobility sorgt der niederösterreichische Immobilienentwickler schon vor: Zu allen Stellplätzen führt eine Leerverrohrung, in die Kabel für eine Tank-Steckdose eingezogen werden können. Neben den Wohnbauprojekten setzt die NID auf wachsenden Bedarf an betreuten Wohnungen und Gesundheitszentren.

(kurier) Erstellt am
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