Wirtschaft
24.02.2015

Wien bleibt teures Pflaster bei Lebensmitteln

Ein Warenkorb mit 40 Produkten kostet um ein Fünftel mehr als in Berlin, rechnet die Arbeiterkammer vor.

Um rund ein Fünftel mehr muss man für Lebensmittel in Wien im Vergleich zu Berlin auf den Tisch legen. Das zeigt ein aktueller Preismonitor der Arbeiterkammer von 40 preisgünstigen Lebensmitteln aus jeweils acht Supermärkten und Diskontern in den beiden Hauptstädten. „Der Preisaufschlag lässt sich nicht schönreden“, sagt AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. Kostete der Warenkorb in Wien 91,95 Euro, waren es in Berlin 75,97 Euro – also um 21 Prozent mehr.

„Durch die verhängten Geldbußen des Kartellgerichts wegen Preisabsprachen, etwa im Lebensmitteleinzelhandel, bei Molkereien und Brauereiprodukten, sehen wir uns grundsätzlich in unserer Kritik bestätigt“ sagt Zgubic. „Nun ist die Regierung am Zug. Sie muss umsetzen, dass die gegenüber dem Handel bzw. dem Handel vorgelagerten Produzenten verhängten Geldbußen auch dem Konsumentenschutz zu Gute kommen.“

Handel sieht unseriöse Methoden

Der Handel hat sich in der Vergangenheit wiederholt an den Preisvergleichen der AK gestoßen, da diese ihrer Meinung nach unseriös sind. Die österreichischen Handelsangestellten würden besser bezahlt als die deutschen. Hierzulande seien nicht nur die Lohnnebenkosten, sondern auch die Produktionskosten höher als in Deutschland. Auch Qualitätsunterschiede würden nicht berücksichtigt.

Zum AK Preismonitor: Die AK hat 40 preiswerteste Lebensmittel in jeweils acht Supermärkten und bei Diskontern Anfang Februar in Wien und Berlin erhoben, also das mit dem günstigsten Grundpreis (etwa ein Liter, ein Kilo). Die Geschäfte in Wien: Hofer, Zielpunkt, Spar, Billa, Penny, Lidl, Merkur und Interspar. Die Geschäfte in Berlin: Aldi, Netto, Edeka Center, Rewe, Kaiser's, Lidl, Penny und Real. Alle Preise wurden inklusive Mehrwertsteuer erhoben ( Österreich 10 bzw. 20 Prozent; Deutschland 7 bzw. 19 Prozent). Aktionen wurden berücksichtigt, nicht aber Kundenkarten- oder Mengen-Vorteilspreise.

Der AK-Preismonitor zum Download