An husher of the European Parliament holds the flag of Croatia during a ceremony marking the start of Croatia's membership to the EU, at the European Parliament in Strasbourg, July 1, 2013. Two decades since fighting itself free of Yugoslavia, Croatia becomes the 28th member of the European Union on monday against a backdrop of economic woes in the Adriatic republic and the bloc it is joining. REUTERS/Vincent Kessler (FRANCE - Tags: POLITICS)

© Reuters/VINCENT KESSLER

Kroatien
07/04/2013

Wieder Banken-Zores mit Franken-Krediten

Die Börse in Zagreb setzt den Handel mit Bankpapieren aus.

Im jüngsten EU-Mitgliedsland Kroatien drohen acht internationalen Banken herbe Verluste mit Krediten in Schweizer Franken. Die Institute, darunter UniCredit-Bank Austria, Raiffeisen, Erste und Hypo Alpe Adria, müssen die vergebenen Franken-Kredite in Kuna umwandeln. Dieses Urteil fällte ein kroatisches Gericht am Donnerstag. Betroffen sind zudem die ungarische OTP, die russische Sberbank (früher Volksbank International), Splitska Banka (französische Societe-Generale-Gruppe) und Privredna Banka (italienische Intesa-Gruppe).

Geklagt hatte eine Verbraucherschutz-Organisation, die 100.000 Kreditnehmer vertritt. Diese ächzen, weil die Landeswährung Kuna gegenüber dem Franken deutlich an Wert verloren hat und sie daher viel höhere Raten zahlen müssen. Dazu kommt, dass die Banken die Zinsen wegen gestiegener Kapitalkosten erhöht haben. „Die Änderung der Kreditzinsen war gegen das Gesetz für Verbraucherschutz“, sagte Richter Radovan Dobronic. Zudem seien die Kunden nicht ausreichend informiert worden. Das Urteil daher: Umwandlung in die Landeswährung und Fixierung des Zinssatzes.

Welcher Verlust auf die Banken zukommen könnte, ist unklar. Das 120-Seiten-Urteil müsse erst analysiert werden, heißt es aus einer heimischen Bank. Womöglich müsse sogar jeder Kreditnehmer einzeln klagen. Der Verlust hängt davon ab, ob zum aktuellen Marktkurs oder jenem bei der Kreditvergabe getauscht werden muss.

Fast 3 Milliarden Euro

Laut Nationalbank hatten heimische Banken in Kroatien Ende 2012 Schweizer-Franken-Kredite im Gesamtwert von umgerechnet 2,94 Milliarden Euro vergeben. In Ungarn mussten die Banken schon vor zwei Jahren Fremdwährungskredite in Forint umtauschen. Die ungarische Regierung hatte dabei einen Kurs weiter unter dem Marktwert angesetzt. Auf den Verlusten blieben großteils die Banken sitzen.

Die Börse in Zagreb setzte den Handel mit Aktien und Anleihen der Banken aus. Das Gerichtsurteil könne den Wert der Papiere maßgeblich beeinflussen, die Börse müsse daher die Anleger schützen, hieß es.

Vorerst ist das Urteil nicht rechtskräftig. Alle betroffenen Banken kündigten Berufung an. Man sei überzeugt, alle Gesetze eingehalten zu haben, sagt Erste-Sprecher Michael Mauritz zum KURIER. Seit fünf Jahren seien keine neuen Franken-Kredite mehr vergeben worden.

Bei der Erste Group sind potenziell Kredite im Volumen von knapp 500 Millionen Euro betroffen – bei Kreditforderungen in Kroatien in Höhe von insgesamt 6,5 Milliarden Euro. Raiffeisen beziffert das Kreditvolumen mit „sicher unter einer halbe Milliarde Euro“. Die Bank Austria will zu Fremdwährungskrediten keine Angaben machen.

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