Wirtschaft
26.04.2017

Wie Noch-Casinos-Chef Stoss um Olympia 2026 in Tirol pokert

Machbarkeitsstudie demnächst fertig, Finanzierung über steuersparende PPP-Modelle.

Mit seinem Abgang als Casinos-Chef spätestens Ende 2017 wird Karl Stoss viel Kapazität und Energie haben, um die Olympischen Winterspiele 2026 nach Tirol zu holen. "Das ist eine Riesenchance für Österreich", setzt der ehrgeizige und bestens vernetzte Glücksspiel-Manager auf Sieg.

Stoss wurde erst kürzlich als Präsident des ÖOC bis 2021 verlängert, seine Funktion im IOC (International Olympic Committee) läuft bis 2028. Die Entscheidung über eine Bewerbung müsste laut Stoss noch 2017 fallen, 2018 müsse das offizielle Bewerbungsschreiben an das IOC abgeschickt werden, das 2019 über den Zuschlag entscheidet.

Noch im Mai wird die 270.000 Euro teure, vom Land Tirol, der Stadt Innsbruck und dem ÖOC in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie vorliegen. Das Management Center Innsbruck und der deutsche Berater Solid Event, der schon einige internationale Bewerbungen begleitet hat, sondieren die Chancen, aber auch die Risiken. Analysiert werden Sportinfrastruktur, Verkehrssituation, die Wohnungsfrage, Umwelt-Auswirkungen und Finanzierung.

Nach der Gigantomanie von Sotschi soll Olympia wieder bescheidener und volksnäher werden, wünscht das IOC. Stoss: "Die Frage ist, wie führt man die Spiele mit wenig finanziellem Aufwand durch und wären sie ohne Steuergeld realisierbar?".

Sportler-Dorf für sozialen Wohnbau

Ein neues Olympisches Dorf für die Unterbringung der Sportler könnte im an Wohnraum knappen Innsbruck als PPP-Modell (Public-Private-Partnership) finanziert werden. Nach Ende des Spektakels könnte das Athleten-Dorf für den sozialen Wohnbau genutzt werden.

Stoss schwebt vor, "ganz Tirol einzubinden". Von St. Anton am Arlberg bis zu Hochfilzen, wo im Vorjahr die die Biathlon-WM stattfand. Kitzbühel wiederum hat die einzige Curling-Bahn in Österreich. Auch die Nachbarländer könnten mitspielen. Salzburg bei Eishockey und das bayerische Innzell mit seiner Eislaufbahn. Stoss: "Man müsste nichts Neues bauen."

Die Politik liebäugelt mit dem Projekt. Nicht nur ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter und die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Regierungschef Christian Kern, Vize-Kanzler Reinhold Mitterlehner sowie die Minister Schelling, Leichtfried und Sobotka sollen den dritten Winterspielen in Tirol ebenfalls positiv gegenüber stehen.

Positives Votum Voraussetzung

Voraussetzung sei allerdings ein positives Ergebnis der geplanten Volksbefragung im Herbst 2017, schränkt Stoss ein. Ein Mal schon stimmte die Mehrheit der Tiroler dafür, die Innsbrucker aber votierten dagegen.