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Nauru: Wie der Reichtum ein Land zerstörte
Gier, Größenwahn und Gutgläubigkeit: Über den Aufstieg und Fall der Insel-Republik Nauru.
Ein Haufen Vogelmist. Das ist nicht nett, aber ziemlich treffend für den Ursprung der winzigen Pazifikinsel Nauru. Myriaden an Zugvögeln hatten sich dort erleichtert. Viele Jahrhunderte später sind die Häufchen Goldes wert: Das Guano auf den Korallen wurde zu versteinertem Phosphat, einem weltweit gefragten Dünger. Und zur Basis für einen schwindelerregenden Aufstieg der Insel – und nicht minder tiefen Fall.
Aber der Reihe nach. Als die kleinste Republik der Welt 1968 ihre Unabhängigkeit erlangt, beteiligt sie ihre 10.000 Bürger großzügig an den Förderlizenzen. Arbeiten muss jetzt auf Nauru niemand mehr, Steuern zahlen schon gar nicht. Den Knochenjob im Tagebau erledigen Arbeiter aus China. "Das Paradies auf Erden", nennt das die deutsche Bild-Zeitung damals.
Der Aufstieg
Irgendjemand hätte laut "Stopp" rufen sollen. Etwa, als die Regierung beschließt, jedem Einwohner eine Putzhilfe zu bezahlen. Oder als Autos mit geplatzten Reifen immer öfter am Straßenrand liegen blieben, weil einfach neue Autos bestellt werden – für 30 Kilometer Straßennetz. Oder spätestens, als übermütige Einwohner ihre australischen Dollar als Klopapier verwenden, wie eine ältere Einwohnerin dem Journalisten Luc Folliet erzählt. Es ruft aber keiner "Stopp". In den 1970ern scheint das ganz normal, in einem der reichsten Staaten der Welt. Mit 20.000 US-Dollar Wirtschaftsleistung pro Kopf kann nur Ölkrösus Saudi-Arabien der winzigen Insel Paroli bieten.
Doch das Paradies hat ein Ablaufdatum. Schon damals warnen Experten: Mitte der 1990er werden die Phosphatvorkommen erschöpft sein. Doch das will niemand wahrhaben. Und Nauru sorgt ja ohnehin vor. Wie Norwegen oder Saudi-Arabien möchte es seinen Reichtum zukunftssicher anlegen. 1972 investiert die Inselrepublik in ein spektakuläres Bürogebäude: Der Nauru Turm im australischen Melbourne ist mit 52 Stockwerken und 190 Metern das höchste Bauwerk der Stadt.
Viel Geld verbrennt der nationale Carrier Nauru Air, der etliche kleine Inseln mit einer Luftbrücke verbinden soll – irrwitzig, aber kurzzeitig steigt Nauru Air zur größten Pazifik-Fluglinie auf. Dass die Flieger selten mehr als ein Fünftel ausgelastet sind, bremst die Euphorie nicht.
Noch 1999 feiert ein schräges Musical in London Premiere, finanziert durch Millionen aus Nauru. Die Story von Leonardo da Vinci, der seine Muse schwängert, tritt leider nicht den erhofften Siegeszug an. "Zumindest weiß man jetzt, warum Mona Lisa so verkniffen lächelt", ätzt ein britischer Kritiker. Reich werden dadurch nur Heerscharen von Einflüsterern – das Geld versickert durch Gier, Größenwahn und Gutgläubigkeit.
Der Absturz
Es kommt, wie es kommen muss: Um das Jahr 2000 ist Nauru pleite. Alles, was sich zu Geld machen lässt, wird jetzt zu Geld gemacht. Ein 230-Millionen-Dollar-Kredit von General Electric erweist sich auf Dauer als Mühlstein. Der Turm in Melbourne gehört seit 2004 einer australischen Immobilienfirma. Die Reste der Fluglinie finanziert Taiwan – als Dankeschön, dass es durch Nauru eine Stimme bei der UNO hat.

Tiefe Narben
Die jahrzehntelange Boden-Ausbeutung hat indes Spuren hinterlassen: 90 Prozent der Insel sind vom Phosphatabbau vernarbt, eine bizarre Mondlandschaft. Die im Müll erstickt – sogar der idyllische Binnensee Buada Lagoon erweist sich als Deponie. "Es stinkt erbärmlich", schildert der deutsche Weltenbummler Rolf Bilo, der die Insel 2013 bereist hat.
Auch die Menschen tragen ein schweres Erbe. Bewegungsmangel, sorglose Ernährung und genetische Anfälligkeit machten Diabetes zur Volksseuche. 76 Prozent der Bevölkerung sind übergewichtig, 46 Prozent fettleibig. Ein trauriger Weltrekord.
Seit 2005 sprengen die Nauruaner nun Teile der Korallenriffe weg, um an noch tiefer gelegenes Phosphat heranzukommen. Das soll für 30 weitere Jahre reichen. "Die Erträge bleiben weit hinter den Erwartungen", sagt jedoch Statistikchef Ipia Gadabu zum KURIER. Schlimmer geht’s nimmer? Womöglich doch. Sollte durch den Klimawandel der Meeresspiegel steigen, wären Naurus Küstengebiete in Gefahr. Die endgültige Vertreibung aus dem Paradies? "Wir hatten Reichtum, haben ihn aus Gier und Selbstsucht verloren", sagte Präsident Waqa zu Weihnachten 2015. "Nauru repräsentiert die Niederlagen und Siege der gesamten Menschheit. In vielerlei Hinsicht."

Nauru ist die kleinste Republik der Welt; die Insel ist kleiner als der Wiener Bezirk Simmering (23 ). Zuletzt sorgte Nauru gleich mehrfach für Schlagzeilen: Die OECD rügte das Mini-Eiland als eine von vier unkooperativen Steueroasen (darunter Panama). Internationale Währungsfonds (IWF) und Weltbank begrüßten Nauru am 12. April als 189. Mitglied. Somit darf die Insel auf Hilfskredite hoffen.
Ein "Horror-Traiskirchen" mitten im Nirgendwo
In den Flüchtlingslagern auf Nauru spielen sich Szenen von unglaublicher Grausamkeit ab. Aus Protest, weil er seit drei Jahren auf der Insel festgehalten wurde, zündete sich ein 23-jähriger Asylwerber aus dem Iran vor einer Woche selbst an – während gerade eine Delegation des UNO-Flüchtlingshochkommissariates (UNHCR) die Einrichtung besichtigte. „Ihr habt uns das Leben zur Hölle gemacht, habt uns drei Jahre lang behandelt wie Tiere, das habt ihr jetzt davon“, rief der Iraner auf einem Video noch. Tragische Ironie: Er sollte sein Wunschziel Australien erreiche, dort verstarb er aber den schweren Verletzungen.
Australiens Flüchtlingspolitik wird seit Jahren heftig kritisiert. Die Regierung in Canberra zahlt Nauru seit 2001 dafür, dass Bootflüchtlinge und Asylwerber dort festgehalten werden. Wie viel Geld fließt, ist geheim; ein „signifikanter Beitrag“, sagt ein Offizieller zum KURIER. Ende Februar waren 470 Flüchtlinge – 50 Kinder – dort stationiert. 2013 geriet ein Aufstand außer Kontrolle, mehrere Gebäude gingen in Flammen auf. „Wenn das Land gut genug für unsere Leute ist, wird es auch für Flüchtlinge reichen“, sagte Präsident Waqa. Die Asylwerber würden von Aktivisten, Medien und Anwälten aufgewiegelt.
Der Deutsche Rolf Bilo hat sich einen Weltenbummler-Traum verwirklicht: Eine Auszeit nehmen, um ein Jahr lang den gesamten Erdball zu bereisen. Alle Kontinente, fernab der ausgetretenen Tourismus-Pfade (sein Tagebuch finden Sie hier).

KURIER: Herr Bilo, hat sich seit der Fast-Staatspleite Anfang der 2000er auf Nauru etwas zum Besseren gewandelt?
Rolf Bilo: Mein Eindruck ist eher nein! Es ist – zumindest für Kurzbesucher, selbst wenn sie interessiert sind – keine strukturelle Neuausrichtung zu erkennen. Weder im öffentlichen Leben, noch in den Medien gibt es konkret erkennbare Ansätze. Wobei Medien ist zu viel gesagt: Es gibt nur eigene TV-Nachrichtensendungen, die im ansonsten australischen Programm gesendet werden. Diese beschränken sich aber weitestgehend auf „Hofberichterstattung“ über die Aktivitäten des Präsidenten.

Wie ist die Infrastruktur?
Die Schulen sind baulich marode, nicht alle Kinder besuchen sie. Weiterführende Bildungseinrichtungen sind nur in Australien oder Neuseeland zu finden. Die südpazifische Universität hatte wohl mal eine Dependance, aber offensichtlich derzeit ohne Lehrbetrieb. Das einzige Krankenhaus litt seit einem Brand - vermutlich Brandstiftung „von Ausländern“- darunter, dass das Röntgengerät beschädigt wurde.
Ein neues „Geschenk“ sollte aus Australien kommen, aber technische Probleme, die wenig verlässliche Stromversorgung sowie fehlendes Fachpersonal machten einen kurzfristigen Einsatz unmöglich (Anm. mittlerweile wurde ein neues Spital um 27 Mio. Dollar eröffnet). Baumaßnahmen, etwa Straßenbau, waren so gut wie nicht wahrnehmbar.
Funktionieren wenigstens die staatlichen Institutionen?
Staatliche Aktivitäten, etwa für die öffentliche Sicherheit, Behörden, Hafen, Stromversorgung erschienen mir sehr „zurückhaltend“: die Öffnungszeiten waren generell kurz, die Polizei war auf der Straße nicht sichtbar, die freiwillige Feuerwehr geschlossen. Die Flughafenfeuerwehr versorgt die komplette Insel.
Im Hafen gab es kaum Aktivitäten, die Stromversorgung erwies sich mangels Energiezulieferung für das alte, laute und schmutzige Kraftwerk im Hauptort Yaren als unzuverlässig.
Wie ergeht es den Menschen in der misslichen Lage?
Da würde ich zwischen Einheimischen und Arbeitsmigranten unterscheiden. Mehrfach habe ich von Einheimischen zu hören bekommen, dass die Arbeitsmigranten – aus der „Nachbarschaft“ der Marshallinseln, aus Kiribati, aber auch aus Tonga und sogar den Philippinen – gehen müssen: „Wir brauchen sie nicht mehr“. Tatsächlich hat sich ihre Zahl wohl in den letzten Jahren deutlich reduziert, vielleicht auch wegen der Anfeindungen, möglicherweise aber auch mangels staatlicher Sozialleistungen bei Arbeitslosigkeit.
Wo finden die Menschen überhaupt Arbeit?
Die Arbeitslosigkeit scheint das größte Problem zu sein. Die Menschen lungern sowohl tagsüber, als auch in Zeiten angenehmerer Temperaturen viel herum. Arbeitende Menschen sind wenig zu sehen, im Tagebau sind einige LKW-Fahrer und sogar Fahrerinnen zu sehen, am Hafen und den Infrastrukturunternehmen ebenfalls. Ansonsten beschäftigt man sich im Privaten, das heißt mit dem Anbau von Gemüse, Angeln, Krebse und Vögel fangen oder halt Herumhängen. Das Internetcafé des Civic Centers in Yaren war zur besten Schulzeit voller Kinder im geschätzten Alter von sechs bis zehn Jahren.

Nicht wahrgenommen habe ich allerdings öffentlich kundgetane Unzufriedenheit. Ein, zwei Menschen erzählten mir hinter vorgehaltener Hand, dass der neue Präsident mit harter Hand regiert und Kritiker verstummen lässt. Aufgefallen ist mir weiterhin, dass ich kaum Alkoholiker oder Betelnut-Kauer sah. Auch Menschen mit Behinderungen waren – im Gegensatz zu der inzuchtbedingten Auffälligkeit auf anderen Inseln – nicht übermäßig zu sehen. Die im Südpazifikraum weit verbreitete Fettleibigkeit war feststellbar, aber nicht flächendeckend und für mich nicht auf Einheimische oder Migranten zuzuordnen.
Wie haben Sie die Versorgungslage als Reisender erlebt?
Nun, hier beruht mein Eindruck naturgemäß erst einmal auf meinen eigenen Bedürfnissen, und die konnten vollständig gedeckt werden. Auffällig war allerdings, dass ohne die Nachfahren der Familien Capelle und Rothschild, die inzwischen untereinander und über mehrere Generationen verbunden sind, nichts geht. Capelle und Partner betreiben nicht nur das beliebteste Hotel für Langzeitaufenthalte und eine Bau- und Straßenbaufirma, sondern auch den einzigen Supermarkt, der von Lebensmitteln über Haushaltsgegenstände, Kleidung und (kleinen) Arbeitsgeräten nahezu alles bietet. Die Preise erschienen mir im üblichen Rahmen für die Pazifikinseln.
Was gibt es zu kaufen?
Grundnahrungsmittel waren ausreichend vorhanden und wurden auch in größeren Mengen von Einheimischen gekauft. Ansonsten konnte ich eine Handvoll kleinerer Läden, die wir bei uns gerne als Tante-Emma-Läden bezeichnen, wahrnehmen, die allerdings nur ein eingeschränktes Sortiment anboten, wie Tabakwaren, lokale und importierte Getränke, Tütensuppen, gelegentlich auch Gemüse. Obst war wenig zu sehen, Gemüse dagegen etwas häufiger, meist an kleinen Ständen von Privatpersonen.
Gibt es Lokale oder Restaurants, wo man essen gehen kann?
Es gibt kleine Imbissbuden, das sind mehr Stände oder baufällige Schuppen. Richtige feste Bauten mit Hygienestandards gab es in Yaren, ansonsten nicht. Ebenfalls in Yaren existierte eine Tankstelle, die gut frequentiert war, so dass ich Treibstoffmangel aus meiner Sicht nicht wahrnahm.

Wie werden der Müll und Abfälle entsorgt?
Die Entsorgungssituation erschien mir problematischer als die Versorgung. Ganz auffällig war das am Binnensee „Buada Lagoon“, der auf den ersten Blick völlig idyllisch und palmenumsäumt in tiefgrüner Landschaft liegt. Beim näheren Hinsehen erkennt man, dass er tot vor Müll ist.

Hier wird alles hineingekippt, vom Altauto über Reifen und Plastikmüll, giftige Flüssigkeiten, Tierkadaver und ungeklärte Abwässer. So sieht er aus der Nähe nicht nur verheerend aus, sondern stinkt auch erbärmlich. Altautos stehen mangels Entsorgungsmöglichkeiten bestenfalls auf Privatgelände herum. Bei einer kleinen Insel von knapp 20 km Umfang bleibt aber auch keine andere Möglichkeit, als sie einfach „in der Gegend“ abzustellen – ein typisches Inselstaatenproblem und überall auf der Welt anzutreffen.
Gibt es eine Zukunftsvision, wie die Insel auf die Beine kommt?
Aus der Bevölkerung kamen mehrfach Hoffnungen zum Vorschein, dass die Regierung ja versprochen habe, mit neuen Methoden die restlichen vorhandenen Phosphatvorkommen in der Zukunft konsequent und erfolgreich abzubauen und einen gewissen Prozentsatz für Rekultivierungsmaßnahmen und Umweltschutz einzusetzen. Davon war aber nichts, gar nichts, zu sehen. Der Tagebau fand nur noch in ganz geringem Umfang statt, Rekultivierung überhaupt nicht und Umweltschutzbemühungen sind auch nicht erkennbar.

Der Regierungskurs scheint auf „politische Prostitution“ – so könnte man es meines Erachtens bezeichnen – zu setzen. Ganz offensichtlich ist dies im Umgang mit Taiwan, Australien und Neuseeland zu erkennen. China und Taiwan bemühen sich im ganzen pazifischen Raum um diplomatischer Anerkennung und damit Unterstützer auf dem internationalen Parkett (zum Beispiel bei der UNO). Nauru verfährt dabei ähnlich wie die Marshallinseln und andere kleine Inselstaaten: wer am meisten zahlt, wird anerkannt. Dabei kann es auch schon mal zu wiederholtem Seitenwechsel kommen.
Welche Staaten buhlen um die Gunst von Nauru?
Taiwan hat derzeit den Vorzug und unterhält eine der vier diplomatischen Stützpunkte, die mir aufgefallen sind. Auch sind taiwanesische Firmen, wie Straßenbauunternehmen oder eine Tierfarm im Lande, aber ich habe keine bzw. wenig Aktivitäten gesehen.
Australien und Neuseeland buhlen um die Vorherrschaft im Pazifik – bei uns in Europa wird das kaum wahrgenommen. Australien lässt sich seine Flüchtlingspolitik einiges kosten – in Nauru wird ein auf Zuwachs angelegtes Flüchtlingscamp betrieben und von Australien nicht nur unterhalten, sondern zum Erhalt des Wohlwollens von Staat und Bevölkerung auch teuer durch „Lizenzgebühren“ bezahlt. Neuseeland hingegen arbeitet eher projektbezogen und punktuell. Hier eine Schule, die unterstützt wird, dort eine Beratung für ein Unternehmen oder ein gebrauchter Krankenwagen, aber es ist wahrnehmbar, da immer beschildert und mit der Staatsflagge untermalt.

Und da gibt es auch noch Israel, welches ebenfalls im Pazifikraum politische Unterstützung sucht. Aus dem Hause Rothschild stammt der israelische Honorarkonsul, obwohl es auf Nauru keine jüdische Bevölkerung gibt und israelische Touristen nahezu nicht existieren. Letztlich gibt es noch die NGOs, speziell aus Australien und Neuseeland, aber auch aus Europa, die Naurus Entwicklung in ihrem Sinne befördern wollen.
Sie schildern, wie schwierig es war, ein Visum zu erhalten. Tourismus kann man da wohl vergessen, oder?
Tourismus in unserem westlichen Sinne scheint mir nicht im Fokus der staatlichen Verwaltung oder privater Firmen und Einzelpersonen zu stehen, es gibt dafür keinerlei Infrastruktur. Dabei hat Nauru einige Alleinstellungsmerkmale zu bieten, die es zu einem interessanten Reiseziel machen könnten. Zunächst wäre da natürlich die die Insel prägende Mondlandschaft der ehemaligen, nicht rekultivierten Tagebaustätten und -flächen. Völlig zerklüftetes Gelände, heller Untergrund mit sandigen Wegen, kein Leben zu sehen – hier könnte ich mir Filmszenen in Science-Fiction-Produktionen hervorragend vorstellen.
Was kann ein Tourist hier unternehmen?
Mountainbiking und artverwandte Sportarten lassen sich hier hervorragend praktizieren, Klettern, Wandern – alle Outdooraktivitäten.

Dem historisch interessierten Menschen bieten sich ebenfalls viele Spots – trotz der geringen Größe der Insel. Deutsche Kolonialgeschichte ist hier abzulesen an den Namen auf den Grabsteinen. Als Relikte aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges gibt es die von der deutschen Kriegsmarine zerschossene Ladestation, japanische Flakstellungen, ein Gefängnis sowie Flugzeugwracks – wer etwas sucht, wird etwas finden.

Worauf muss man sich als Reisender gefasst machen? Könnte Tourismus zu einem Geschäft für Nauru werden?

Und dann gibt es noch das Menen-Hotel, welches einst den Ruf des besten pazifischen Hotels hatte, inzwischen aber ebenfalls heruntergekommen, teilweise gesperrt und zugewuchert und kaum noch frequentiert ist. Weder der Hafen, noch der Flughafen bieten Kapazitäten für einen deutlichen Ausbau des Tourismus. Auch Transportmittel wie Busse sind nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Und die Visapraxis ist auch nicht unbedingt förderlich. So wird es wohl bei den wenigen Weltenbummlern bleiben.
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