Widerstand gegen Piëch-Festspiele

dapdARCHIV: Ferdinand Piech, Aufsichtsratvorsitzender der Volkswagen AG, und seine Ehefrau Ursula Piech besichtigen in Stuttgart vor Beginn der Hauptversammlung der Porsche SE die Ausstellung (Foto vom 17.06.11). Piech regelt wenige Wochen vor seinem 75.
Foto: dapd Family business: Das Ehepaar Piëch sitzt künftig Arm in Arm im Aufsichtsrat des deutschen Autoriesen VW.

VW-Konzern: Der Britische Fonds lehnt die Bestellung von Ursula Piëch vehement ab. Die Unabhängigkeit stehe auf dem Spiel.

VW-Aktionär Hermes probt den Aufstand: Vor der Hauptversammlung des Volkswagen-Konzerns am Donnerstag, wehrt sich der mächtige britische Investmentfonds gegen die geplante Berufung von Ursula Piëch in den Aufsichtsrat. In einem Brief an Aufsichtsrat und Vorstand des Autobauers bekrittelt Hermes-Manager Hans-Christoph Hirt laut Financial Times Deutschland, dass das VW-Kontrollgremium damit nicht unabhängig genug sei. Und dass die Bestellung der Ehefrau von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch – der mit 75 für eine weitere 5-Jahres-Periode kandidiert – nicht den Corporate-Governance-Regeln für gute Unternehmensführung entspreche. Denn von zehn Kapitalvertretern kommen damit bereits fünf aus den Familien Porsche und Piëch, die über die Porsche SE den Autoriesen VW kontrolliere.

Auch der Münchner Betriebswirtschaftsprofessor Manuel Theisen sieht die Zusammensetzung des VW-Aufsichtsrates kritisch. Die Zahl der unabhängigen Aufsichtsräte gehe "gegen null", bis auf eine Ausnahme seien sie alle den Großaktionären Piëch, Land Niedersachsen und Emirat Katar zuzuordnen. Mit der Bestellung von Ursula Piëch würden private Interessen mit dem des Unternehmens vermischt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse ist die Wahl des Ehepaares Piëch aber so gut wie sicher.

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?