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Luftfahrtzulieferer
05/30/2016

FACC-Aufsichtsrat Gregory Peters trat zurück

Beim oberösterreichischen Luftfahrtzulieferer sitzen nun nur noch Chinesen als Kapitalvertreter im Aufsichtsrat.

Der heimische Luftfahrtzulieferer FACC kommt nicht zur Ruhe: Nach der überraschenden Ablöse des langjährigen CEO und Firmengründers hat nun ein Aufsichtsrat sein Mandat zurückgelegt. Gregory B. Peters habe dem Unternehmen mitgeteilt, dass er sein Amt als Aufsichtsratsmitglied der FACC AG "mit sofortiger Wirkung" zurücklege, teilte das börsenotierte Unternehmen Montagvormittag ad hoc mit.

Vergangene Woche hatte die vom Aufsichtsrat verfügte Abberufung des FACC-Vorstandsvorsitzenden Walter Stephan Wellen geschlagen. Nun verlässt mit Gregory Peters ein Kapitalvertreter den Aufsichtsrat, in dem noch zehn Mitglieder verbleiben. Vier Aufsichtsräte sind vom Betriebsrat delegiert, weiters bleiben unter dem Aufsichtsratsvorsitz von Geng Ruguang noch Tang Jun, Gong Weixi, Lei Yanzheng, Wang Xuejun und Yang Chunsheng im Kontrollgremium.

"Pflichten schwerwiegend verletzt"

Der Aufsichtsrat war vergangene Woche laut einer Aussendung zu dem Schluss gekommen, dass Stephan "seine Pflichten schwerwiegend verletzt hat, insbesondere im Zusammenhang mit dem 'Fake President'-Vorfall". Das Unternehmen hatte darüber im Jänner die Öffentlichkeit informiert: Durch eine offenbar von Betrügern ausgelöste Überweisung war ein Schaden von über 50 Millionen Euro entstanden. Daraufhin musste im Februar bereits die Finanzchefin des Unternehmens gehen.

Die FACC ist seit 2009 mehrheitlich in chinesischer Hand. Damals hat die staatliche chinesische Luftfahrt- und Militärindustrie AVIC über ihren kommerziellen Arm die Firma mit Sitz in Ried (Oberösterreich) fast zur Gänze übernommen. 2014 schickten die Chinesen die FACC dann an die Börse, heute halten sie 55 Prozent am Unternehmen. Knapp fünf Prozent hält der Erste-Group-Konzern (über Töchter), 39,6 Prozent sind im Streubesitz. Die Gruppe machte 2015/16 mit rund 3.100 Beschäftigten einen Umsatz von 587,5 Mio. Euro und hatte - wegen des Betrugsfalls - einen operativen Verlust von 23,4 Mio. Euro zu verbuchen.

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