Wirtschaft
12.05.2017

Jobs gefährdet: Französische Arbeiter vernichten Fabrik

Bei Autozulieferer wackeln 280 Jobs: Arbeiter nehmen Maschinen als Geiseln und zerstören Produktionsgerät.

Französische Industriearbeiter sind bekanntermaßen nicht zimperlich, wenn ihr Job auf dem Spiel steht. Der Protest im zentralfranzösischen La Souterraine - nördlich von Limoges - grenzt aber schon an Maschinenstürmerei: Aus Protest gegen die drohende Schließung zerstörten Mitarbeiter eines französischen Autozulieferers Produktionsmaschinen mit Schneidbrennern.

Außerdem verkündeten sie, dass sie die Fabrik mit Gasflaschen und Benzinkanistern „vermint“ hätten. „Wir sind am Ende“, sagte der Gewerkschafter Patrick Brun am Freitag zum Sender BFMTV. „Wir wollen Lösungen.“ Das Unternehmen GM&S mit rund 280 Mitarbeitern steht laut Medienberichten seit einigen Monaten unter Insolvenzverwaltung.

Werkzeug als Geiseln

„Wenn wir liquidiert werden, wird kein Werkzeug die Fabrik verlassen,“ sagte ein weiterer Gewerkschafter zu BFMTV. Zwei Maschinen wurden bereits am Donnerstag zerstört, wie der Sender France Bleu berichtete. Die Gewerkschaften fordern von den Autoherstellern PSA und Renault ein Entgegenkommen zur Rettung des Zulieferers. „Man muss uns die Wahrheit sagen“, so Patrick Brun. „Entweder gibt es ein Projekt zum Neubeginn, oder wir gehen direkt auf die Liquidierung zu.“

In Frankreich kommt es bei Sozialkonflikten häufiger zu ruppigen Protestaktionen - so wurden in der Vergangenheit schon mal Manager als Geiseln genommen, einem Air-France-Manager rissen Demonstranten 2015 das Hemd in Fetzen.