Warimpex: Warten auf den Hotel-Verkauf

Warimpex- Vorstand Franz Jurkowitsch
Foto: KURIER/Gruber Franz Warimpex- Vorstand Franz Jurkowitsch kann erstmals seit 2007 endlich wieder Gewinne vorweisen.

Der heimische Hotel-Entwickler schrieb nach Jahren wieder schwarze Zahlen. Die Suche nach frischem Geld geht indes weiter.

Endlich wieder Gewinne: Erstmals seit 2007 schaffte es der börsenotierte heimische Hotelentwickler Warimpex wieder in die schwarzen Zahlen. Zwar ging das operative Ergebnis (Ebit) um 34 Prozent zurück; aufgrund eines besseren Finanzergebnisses schaffte der Hotelentwickler in Osteuropa unterm Strich aber ein Plus von 7,2 Millionen Euro (nach 2,04 Mio. Euro Minus 2010).

„2011 hat sich die Auslastung unserer Hotels stark verbessert“, freut sich Warimpex-Vorstand Franz Jurkowitsch im KURIER-Interview. Die 21 Hotelbeteiligungen hätten elf Prozent mehr Umsatz abgeworfen.

Aufatmen ist aber für das krisengebeutelte Unternehmen vorerst nicht angesagt: „Es gibt einen Druck, bis Jahresende 40 Millionen Euro auf der Holdingebene zu refinanzieren“, erklärt ein Analyst dem KURIER. Allerdings sind viele Banken in Osteuropa noch zurückhaltend, für eine Wandelschuldverschreibung 2011 musste Warimpex hohe 8,5 Prozent Zinsen zahlen.

„Die Finanzierung ist deutlich schwieriger als früher“, gesteht auch Jurkowitsch ein. Weil der Transaktionsmarkt schwach war, sei man stark zu einem Bestandshalter geworden. Einen 25-Prozent-Anteil am polnischen Hotel Sobieski und ein Joint-Venture-Projekte mit der Budget-Hotelkette Louvre konnte man 2011 verkaufen, der Gewinn da¬raus betrug laut Warimpex aber nur drei Millionen Euro. Mit rund 19 Prozent Eigenkapital bleibt die Finanzsituation weiter angespannt.

Befreiungsschlag

„Rechnet man wie andere Immobilienunternehmen stille Reserven ein, sind es 32 Prozent“, kontert Jurkowitsch, gesteht aber ein: „Wir überlegen uns, wie man die Quote steigern kann.“ Analysten drängen auf einen großen Hotelverkauf, etwa des Interconti in Warschau. Jurkowitsch ist trotz angespannter Marktlage optimistisch: „Wir werden noch in diesem Monat etwas verkaufen.“

Ob in Polen, Deutschland oder Frankreich, verrät er nicht, das Ziel ist aber klar: „Wir werden den größten Teil der Verkaufserlöse verwenden, um kurzfristige Kreditlinien zurückzuführen.“ Der Aufbau einer Billig-Hotelkette in Osteuropa ist zum Bedauern von Analysten „keine Kernstrategie mehr“. Geld vorausgesetzt, will man lieber in Russland oder Deutschland neue Hotels kaufen.

(kurier) Erstellt am
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