Wirtschaft
23.04.2017

Währungsfonds mahnt: Wohlstand besser verteilen

IWF-Chefin Lagarde fordert gerechte Teilhabe am Wachstum. Deutschland plant Investitionsinitiative für Afrika.

Angesichts drohender Handelskriege fordert der Internationale Währungsfonds (IWF) die großen Wirtschaftsmächte zum Umdenken auf. IWF-Chefin Christine
Lagarde mahnte auf der Frühjahrestagung der Organisation eine gerechtere Verteilung des Wohlstands an. Statt sich einseitig auf die Dynamik des Wachstums zu konzentrieren müsse die Politik stärker darauf achten, dass mehr Menschen von dessen Früchten profitieren, sagte sie am Wochenende auf einer Pressekonferenz
in Washington, am Rande der Tagung von IWF und Weltbank.

Vertrag mit afrikanischen Staaten

Auch Deutschlands Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rief dazu auf, die Kluft zwischen Arm und Reich in der Welt zu schließen. „Wenn wir nichts tun, um das zu ändern, werden populistische Parteien und Demagogen an Gewicht gewinnen und es wird zu einer wachsenden Instabilität überall in der Welt kommen mit ihren
negativen Auswirkungen auf das nachhaltige Wachstum.“ Wichtig ist seinen Worten nach insbesondere eine Stärkung des afrikanischen Kontinents.

Dazu stößt Deutschland, das derzeit die Präsidentschaft in der Gruppe der führenden 20 Industrie- und Schwellenländer (G20) innehat, die Investitionsinitiative
„Compact with Africa“ an. Sie soll private Geldgeber in aufstrebende Entwicklungsländer locken.

Brexit. Trump. Le Pen?

Nach der Brexit-Entscheidung der Briten und dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump fürchtet der IWF weitere Gefahren für die Weltwirtschaft durch folgenreiche politische Weichenstellungen. „Im Raum stand die klare Erkenntnis, dass wir es nun stärker mit geopolitischen Risiken zu tun haben als mit finanziellen und ökonomischen Risiken“, sagte Lagarde. Im Blick hat die frühere französische Finanzministerin aktuell die Präsidentenwahl in ihrem Heimatland, deren erste Runde am Sonntag stattfand. Sollte die rechtsextreme Euro-Gegnerin Marine Le Pen Präsidentin werden, könnte dies auch zu wirtschaftlichen Turbulenzen führen, warnte Lagarde.