VW-Rückruf: Bei Weigerung droht Entzug der Pkw-Zulassung

VW Golf R…
Foto: Andrusio Michael VW-Fahrer müssen Update durchführen lassen

Betroffene Dieselfahrzeuge entsprechen laut Wiener Verkehrsministerium nicht der Abgasnorm Euro 5. Indes liegen Klagen beim OGH.

Am 18. September 2015 wurde die Welt der Autofahrer massiv erschüttert. Nach monatelangen Untersuchungen platzte der Skandal um die Abgasmanipulationen bei Dieselfahrzeugen des VW-Konzerns (Audi, Seat, Skoda, Porsche, VW). Die US-Umweltbehörden gingen mit ihren verheerenden Testergebnissen an die Öffentlichkeit, weil sie sich von den VW-Managern hinters Licht geführt fühlten. VW hatte in der Motorsteuerung der Baureihe EA189 eine illegale Abschaltevorrichtung eingebaut, die bei Tests den Stickoxid-Ausstoß (NoX) massiv runterfährt. VW musste schließlich zu Kreuze kriechen und den groß angelegten Abgasbetrug mittels Schummelsoftware gestehen.

Weltweit sind zehn Millionen Dieselautos betroffen. Angesichts des frechen Verhaltens von VW statuierten die US-Behörden ein hartes Exempel. VW muss 500.000 "Clean Diesel" in den USA zurückkaufen und mehr als 20 Milliarden Euro Schadenersatz und Strafe zahlen. Auch in Kanada mussten die Wolfsburger tief in die Tasche greifen. 105.000 kanadische Kunden werden mit fast zwei Milliarden Euro entschädigt.

In Europa sind die Abgasvorschriften nicht so streng wie in den USA, aber auch hier wurden die Abgaslimits jahrelang schamlos überschritten. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt deshalb gegen die VW-Führung.

Zugleich läuft ein Rückruf der betroffenen Fahrzeuge. Sie müssen für ein Motorsteuerungs-Update in die Werkstatt kommen. In Österreich geht es um 388.000 Autos der Abgasnorm Euro 5 (80 Mg Nox).

"Ihr Fahrzeug entspricht nicht der beim Neukauf angegebenen Euro-Klasse und befindet sich daher nicht in einem genehmigungskonformen Zustand", heißt es in einem Schreiben des Verkehrsministeriums an einen VW-Besitzer. "Sie müssen daher der Rückrufaufforderung nachkommen, damit der genehmigungskonforme Zustand hergestellt werden kann." Sollte der Autobesitzer dem nicht nachkommen, heißt es weiter, "könnte Ihnen die Zulassung entzogen werden".

Es gibt aber Autobesitzer, die VW deshalb vor Gericht zerren. Sie verlangen die Rückabwicklung des Autokaufes, sprich, sie wollen ihr Geld zurück, weil ihre Fahrzeuge nicht der Euro-5-Norm entsprechen. In zwei Fällen liegt der Ball laut Anwalt Michael Poduschka nun beim OGH. Einen erhöhten Stickoxidausstoß vor Gericht zu beweisen, gelang den Kunden bisher nicht. "Da VW den Quellcode der Schummelsoftware nicht herausgibt, können wir den erhöhten NoX-Ausstoß nicht nachweisen", sagt Poduschka. "Ohne Quellcode würde ein Nachweis laut Sachverständigen sehr viel Geld kosten."

Indes hat VW 2016 einen Verkaufsrekord von 10,3 Millionen Autos erzielt und den Konkurrenten Toyota überflügelt. Das hat zwei Gründe: VW gewährt saftige Rabatte und VW-Fahrer sind traditionell sehr treue Kunden.

(kurier) Erstellt am
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