Wirtschaft
05.05.2017

VW: Grünes Licht für neue Elektroreihe "I.D."

Die Marke VW stellt sich nach Skandal neu auf und will Tesla mit Autos unter 30.000 Euro Paroli bieten.

"Wir müssen schneller werden", hatte VW-Konzernchef Matthias Müller anlässlich des Wiener Motorensymposiums vergangene Woche erklärt. Die Marke VW folgt bereits der Vorgabe. "Mit der nächsten Generation des Golf sind wir zwei Monate vor dem Zeitplan", sagte VW-Markenvorstand Herbert Diess bei der Präsentation der Strategie für die Marke VW in Wolfsburg. Und der Golf werde weiterhin das wichtigste Auto bleiben, so Diess. Geplant ist die Markteinführung voraussichtlich 2019.

48 Stunden bevor Herbert Diess auf der ersten VW-Jahrespressekonferenz die Pläne der Marke für 2017 und die Jahre danach darlegte, gab der Vorstand das Okay nicht nur für das Design des Golf, sondern auch für den neuen I.D. – ein Elektroauto, das in Zwickau produziert und ab 2020 auf den Markt kommen wird. Aus dem I.D. soll eine ganze Modellfamilie werden, darunter auch ein SUV, von dem man sich besonderes viel erwartet.

Die Herausforderung von Tesla, wo man aus dem hochpreisigen Segment kommt und sich nach unten bewegt, will man in Wolfsburg annehmen. "Wir können Tesla Einhalt gebieten", sagt Diess und meint damit das Volumenssegment und Elektroautos, die unter 30.000 Euro kosten. Der I.D. soll in etwa so viel kosten wie ein vergleichbarer Diesel. Ziel von VW ist es, bis 2025 Weltmarktführer in der Elektromobilität zu werden und 1 Million Elektroautos pro Jahr zu verkaufen.

Diesel werden teurer

Dass das entsprechende Investitionen notwendig macht, ist klar. "Die Transformation der Industrie zur Elektromobilität und Digitalisierung wird erhebliche Vorleistungen notwendig machen", erklärt Herbert Diess. Aber auch die Folgen der Diesel-Krise spüre man noch. Den Dieselmotor hält auch Diess für nach wie vor unverzichtbar, besonders in Europa. Aber: In kleineren Modellreihen werde der Diesel durch entsprechenden Benzinmotoren bzw. Mild-Hybrid-Antriebseinheiten ersetzt werden. Und Dieselautos würden auch teurer werden. Strengere CO2-Vorgaben und zukünftige Abgasgesetzgebungen würden sich negativ aufs Geschäft auswirken. "Die Motoren müssen jährlich überarbeitet werden", so Diess. Ein Teil der Kosten werde an die Kunden weitergegeben werden müssen.

Die Produktivität bei VW soll in diesem und im nächsten Jahr um 7,5 Prozent gesteigert werden. 2019 und 2020 sollen es noch mal 5 Prozent sein. Damit einher gehen auch Kostensenkungen. Um das alles zu erreichen, wird es eine verbesserte Anlaufreife der neuen Produkte, eine höhere Anlagennutzung und dadurch reduzierte Arbeitszeiten, eine Reduzierung von indirekten, nicht wertschöpfenden Tätigkeiten und eine deutliche Reduzierung der Nachtarbeit durch verbesserte Prozesse geben.

Die Margenziele liegen bei mindestens 4 Prozent bis 2020 und 6 Prozent bis 2025. Bis 2020 wird auch das Angebot an SUV auf 19 Modelle vergrößert und was die Rückrufe aufgrund des Dieselskandals betrifft, will VW bis Ende des Jahres in Europa fertig sein. Wobei weniger als ein Prozent der Kunden mit den Maßnahmen nicht zufrieden sei, heißt es seitens VW.