Vorsorgen mit Vorsorge-Wohnungen

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Foto: Getty Images/iStockphoto/jacoblund/iStockphoto Gesucht werden Wohnungen bis 50 Quadratmeter Wohnfläche.

Steigende Mieten führen zu steigender Nachfrage nach Vorsorgewohnungen.

Es werden immer mehr neue Vorsorgewohnungen verkauft. Im Jahr 2016 haben allein in Wien 555 solcher Immobilien den Besitzer gewechselt. Heuer werden es laut Prognose des Immobiliendienstleisters EHL in der Bundeshauptstadt mehr als 1000 Wohnungen sein. "Zwei von drei unserer Kunden kaufen Wohnungen für sich selbst", berichtet EHL-Chef Michael Ehlmaier aus der Praxis. "Jeder dritte Kunde will Geld veranlagen."

Niedrige Zinsen

Wegen der niedrigen Zinsen sind Investitionen in Immobilien eine interessante Alternative. Allerdings sollen wegen der steigenden Baukosten die Kaufpreise heuer von 3999 Euro auf 4120 Euro pro Quadratmeter steigen. Steigende Baukosten verringern die Rendite.

Die Immo-Experten von EHL sprechen trotzdem von Renditen im Neubau zwischen 3,2 und 3,8 Prozent. Die durchschnittlich erzielbaren Mietpreise beim Erstbezug sollen laut Prognose heuer um 0,26 Euro auf 11,90 Euro pro Quadratmeter steigen (ohne Steuer und Betriebskosten).

Die höheren Mietpreise sind der Grund, warum die Investoren Vorsorgewohnungen kaufen und dann vermieten. Wegen des anhaltenden Zuzugs nach Wien ist nicht mit sinkenden Mieten zu rechnen.

Maximal 50 Quadratmeter

Es werden vor allem Wohnungen mit nur noch 50 Quadratmeter und darunter nachgefragt und gebaut. Größere Wohnungen können sich viele Wohnungssuchende angesichts der gestiegenen Mieten nicht mehr leisten. Die finanzielle Schmerzgrenze der Mieter liege für eine Zwei-Zimmer-Wohnung bei monatlich 790 Euro, weiß David Breitwieser, Leiter der Abteilung Wohnimmobilien bei EHL. Für eine Drei-Zimmer-Wohnung sind es maximal 1000 Euro.

Viele Neubau-Projekte in Wien sind Wohntürme außerhalb der Innenstadt. Die meisten Vorsorgewohnungen wurden in den Bezirken Donaustadt, Favoriten, Floridsdorf, Landstraße und Meidling gekauft.

Positives Jahr

Eine Prognose über die Entwicklung des Immobilienmarktes gab es auch vom gewerbliche Immobiliennetzwerk Re/max. Erwartet wird von den 560 befragten Re/max-Maklern ein "durchaus positives Jahr 2018" für den gesamten Markt. Die Nachfrage werde heuer um 3,9 Prozent steigen, das Angebot an Immobilien allerdings nur um 1,3 Prozent.

Bei den Gewerbeimmobilien sei die Grundstimmung zwar nach wie vor "verhalten", aber nicht mehr so negativ wie in den vergangenen Jahren. Schwierig bleibe jedoch die Lage für Geschäftsflächen in B- und C-Lagen.

(kurier) Erstellt am
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