Interview mit Leopold Windtner, Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich im Cafe Prückel am 01.07.2013.

© KURIER/Gilbert Novy

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12/20/2016

Vor Chefwechsel gibt es bei Energie AG sattes Plus

Leo Windtner übergibt mit Rekordergebnis an seinen Nachfolger Werner Steinecker.

von Josef Ertl

Beim oberösterreichischen Energieversorger Energie AG ist der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/’16 zwar um 2,5 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurückgegangen. Doch das operative Ergebnis (EBIT) ist um 13,9 Prozent auf 135,4 Millionen Euro gestiegen. „Es ist dank der diversen Kostensenkungsprogramme das beste Ergebnis in der 125-jährigen Konzerngeschichte“, sagte Generaldirektor Leo Windtner in der Bilanzpressekonferenz gestern, Dienstag. Damit macht er sich selbst ein Abschiedsgeschenk, denn nach 22 Jahren an der Spitze des Landesenergieversorgers wird der 66-Jährige Ende Februar 2017 aus dem Amt scheiden. Die Funktion des Präsidenten des Österreichischen Fußballverbandes wird er beibehalten.

Zu Windtners Nachfolger hat der Aufsichtsrat einstimmig den bisherigen Technik-Vorstand Werner Steinecker bestellt. Der 59-Jährige, der aus Riedau (Bez. Ried/I.) stammt und in Kirchschlag (Bez. Urfahr-Umgebung) wohnt, hat eine Bilderbuchkarriere gemacht. Er begann 1972 als Lehrling in der damaligen OKA und schloss berufsbegleitend zwei Doktoratsstudien in Recht und Sozialwissenschaften an der Linzer Kepler Universität ab, weiters absolvierte er ein MBA-Studium an der University of Toronto. Es wird nun nach einem weiteren, dritten Vorstand gesucht, die Ausschreibung soll Anfang Jänner erfolgen.

Angesichts der niedrigen Strompreise ist Windtner mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2015/’16 (per Ende September) sehr zufrieden. Ohne die durchgeführten Wertberichtigungen und sonstigen Einmaleffekte würde sich das operative Ergebnis sogar auf knapp 190 Mio. Euro belaufen.
Nach wie vor würden Verwerfungen großen Druck auf die Branche ausüben. Der „Nachhall“ des Klimavertrages von Paris und die mögliche Auflösung der Strompreiszone zwischen Österreich und Deutschland könnten die Lage noch weiter verschärfen.

Der Verbund und die Energie Steiermark wiederum haben eine Lösung für das Steinkohlekraftwerk Mellach, das der Versorgung von Graz mit Fernwärme dient, gefunden. Durch die Errichtung einer Heizkesselanlage wird das Kraftwerk vor 2020 geschlossen. Nun kann der Verbund die Gewinnprognose für 2016 um 25 auf 410 Mio. Euro erhöhen. Die Verbund-Aktie stieg in Folge der Nachricht um mehr als vier Prozent und wurde damit Tagessieger im Prime Market der Wiener Börse.

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