Von ganz allein

Michael Bachner
Foto: KURIER/Semotan Michael Bachner

Politik und Skandale können die Wirtschafts­erholung nicht aufhalten.

Österreich ist keine Insel der Seligen und auch kein gallisches Dorf, aber es läuft irgendwie rund zurzeit. Niemand kann das so recht erklären. Für die gesamte EU wird eine Flaute erwartet. Überall wirkt gestreikt und gegen heftige Sparpakete protestiert. Hierzulande bessern sich laufend die Prognosen und selbst die diversen Wickel und Skandale von AUA bis Telekom können die Aufschwung-Stimmung nicht wirklich trüben.

Konnten die Wirtschaftsforscher ihre Vorhersagen eine Zeit lang gar nicht schnell genug nach unten revidieren, geht nun der Trend in die positive Richtung. Hält der Rückenwind ein wenig an, kommt heuer wohl ein ganzes Prozent Wachstum heraus. Das ist zwar noch keine Hochkonjunktur, aber ein kleiner Vorsprung zur Lokomotive Deutschland und ein herzeigbares Plus gegenüber den Sorgenkindern in Europa.

Verantwortlich dafür ist die heimische Industrie, die kostenseitig schlank und durchrationalisiert gestärkt aus der Krise kommt. Voest, Lenzing, Andritz & Co. verweisen stolz auf volle Auftragsbücher. Der Zaubertrank aus Know-how, Kapitalkraft, Exportorientierung und hoch qualifizierten Mitarbeitern wirkt.

Gott sei Dank hält sich die Bundesregierung mit Verschlimmbesserungs-Vorschlägen weitgehend zurück. Im Sparpaket finden sich nur wenige Belastungen für Unternehmen. Der sonst beklagte Abschied der Politik aus der Wirtschaftspolitik fühlt sich momentan wie ein Segen an. Der Wirtschaftsmotor brummt von allein.

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(kurier) Erstellt am
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