Voestalpine droht Millionenstrafe

Ermittlungen gegen den börsennotierten Stahlkonzern laufen
Foto: APA/HANS KLAUS TECHT(1)

Der Stahlkonzern muss um seine Befreiung von einer millionenschweren Strafe wegen Absprachen auf dem deutschen Eisenbahnmarkt bangen.

Mit unerlaubten Preisabsprachen bei Eisenbahnschienen soll ein Kartell unter dem Namen "Schienenfreunde" in Deutschland hohe Millionenschäden angerichtet haben. Bei den Ermittlungen geht es um 30 Beschuldigte aus zehn Unternehmen. Die Kartellbehörde prüft seit dem Frühjahr. Die voestalpine hat nach eigenen Darstellungen die Ermittlungen ausgelöst. Sie selbst war über zwei deutsche Tochterfirmen in dem Kartell involviert gewesen. Mit ihrem Hinweis auf die Preisabsprachen würde für den Konzern die Kronzeugenregelung greifen, die vor Strafe schützt.

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Nun berichtet aber das Handelsblatt, dass es schon vor den Österreichern eine anonyme Anzeige eines Ex-Mitarbeiters gegeben habe. Hinzu kommt, dass es laut Kartellteilnehmern nicht nur bei Schienen Preisabsprachen gegeben haben soll, sondern auch bei Weichen. Erhärtet sich dieser Verdacht, dann hätte die voestalpine die Behörden nicht vollumfänglich über den Umfang des Eisenbahnkartells informiert.

Sollte es zu einer Verurteilung kommen, droht eine Strafe in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages. Bei der voestalpine war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Seit Bekanntwerden der Causa im Mai wollte voest-Chef Wolfgang Eder zu dem Kartell keinen Kommentar abgeben.

Neben der voestalpine war unter anderen auch Thyssen-Krupp an dem Kartell beteiligt. Mindestens seit 1998 wurden Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen.

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(kurier) Erstellt am
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