Wirtschaft 12.03.2013

Von der Schiene auf die Straße

LKW, Stau, Autobahn, Verkehr, Gütertransport, Güterverkehr © Bild: Deutsch Gerhard

Die heimische Transportwirtschaft hofft für heuer auf eine leichte Verbesserung des Geschäfts. Der Anteil der Bahn fuhr 2012 zurück.

Die Güterverkehrs-Ströme in Österreich hielten sich im Vorjahr nicht an die offizielleVerkehrspolitik. Während der Straßengüterverkehr nach Rückgängen im ersten Halbjahr ab dem Sommer wieder leicht bergauf fuhr, ging es auf der Schiene weiter steil abwärts. Im 3. Quartal schrumpfte die Gütermenge auf der Bahn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf rund 26 Millionen Tonnen.

Konjunkturschwäche

Auch im Gesamtjahr dürfte die Schiene – so Alexander Klacska, Obmann der Sparte Transport in der Wirtschaftskammer – etwa zehn Prozent verloren haben. Zum Teil wegen des Konjunktureinbruchs, zum Teil wegen der Rücknahme von ÖBB-Leistungen als Folge des Sparkurses bei der Bahn.

Bei den ÖBB sieht man es etwas anders: Der Rückgang bei der beförderten Gütermenge sei – so eine Sprecherin – für 2012 erwartet worden. Allerdings nicht wegen der Rücknahme von Leistungen und Preiserhöhungen, sondern wegen des Wachstumsknicks. Eine nachhaltige Verlagerung auf die Straße orten die ÖBB ebenfalls nicht.

Politik auf Abstellgleis

Die österreichische Politik steht bei der Lösung von Verkehrsproblemen vom Parkpickerl bis zur Infrastruktur für den Schwerverkehr auf dem Abstellgleis. Zumindest in den Augen der Unternehmer und Mitarbeiter: Von 182 Unternehmern und 600 Angestellten halten laut einer Umfrage des Instituts für Strategieanalysen (ISA) nur 1 bis 5 Prozent die politischen Parteien für „sehr kompetent“. ISA-Chef Peter Filzmaier: „Das Vertrauen in die Politik ist zwar grundsätzlich niedrig. Aber diese Werte haben sogar mich als hartgesottenen Politologen überrascht.“

Eindeutig ist auch die Haltung von Unternehmern und Mitarbeitern zur Lkw-Maut: Die Maut wird akzeptiert, die Höhe der Abgabe aber von rund drei Viertel der Befragten kritisiert. Heftige Kritik übt die Branche am Plan von Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ), Koralm- und Semmering-Tunnel über höhere Maut zu finanzieren.

Erstellt am 12.03.2013