Thueringen/ Ein Hubschrauber vom Typ AS 355 N Ecureuil des Herstellers Eurocopter der Heidelberger Luftreederei Meravo mit einer Gondel, in der sich zwei Arbeiter befinden, fliegt am Donnerstag (27.09.12) bei Harra (Sahle-Orla-Kreis) nach Reparaturarbeiten Reparaturarbeiten an einem sogenannten Erdseil einer 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung der E.on Thueringer Energie AG in der Naehe eines Freileitungsmastes. Da Blitzschaeden an schwer zugaenglichen Abschnitten der Leitung aufgetreten waren, wurde diese ungewoehnliche Methode der Reparatur angewendet. Insgesamt wurden am Donnerstag drei Erdseile repariert, wie ein Sprecher der Eon Thueringer Energie mitteilte. Foto: Candy Welz/dapd

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Verlustbringer
06/14/2013

Verbund-Gaskraftwerken droht das Aus

Erdgas sei zu teuer für die Stromerzeugung. Der Verbund steckte 550 Mio. Euro in die Anlage.

von Irmgard Kischko

Es ist eines der modernsten Gaskraftwerke Europas: 550 Millionen Euro hat der Verbund in diese Stromerzeugungsanlage in Mellach nahe Graz gesteckt. Doch als es Mitte 2012 offiziell in Betrieb ging, war schon klar, dass damit keine Gewinne zu machen sind. Jetzt überlegt Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber sogar, das Kraftwerk einzumotten, vorübergehend stillzulegen oder gar zu verkaufen.

Mellach ist ein technisches Wunderwerk, aber leider nicht wirtschaftlich“, sagte Anzengruber am Freitag vor Journalisten. Das Problem: Der Preis, den der Verbund im langfristigen Liefervertrag mit dem Importeur EconGas für das Russengas vereinbart hat, ist so hoch, dass damit Strom nur mit Verlust erzeugt werden kann. Das Kraftwerk wurde daher auf einen Wert von 141 Millionen Euro abgeschrieben. Mellach ist aber nicht das einzige Problem des Verbund. Auch im Gemeinschaftsunternehmen Sorgenia mit der De Benedetti-Gruppe in Italien und in Frankreich betreibt der Verbund Gaskraftwerke. Sie alle schreiben Verluste. Insgesamt muss der Verbund 2013 mehr als eine Milliarde Euro abschreiben.

Eine endgültige Entscheidung, was mit Mellach passiert, soll im vierten Quartal 2013 fallen. Um öffentliche Subventionen für das Kraftwerk ansuchen – so wie es der deutsche E.ON-Konzern für das Gaskraftwerk Irsching in Bayern gemacht hat – will Anzengruber nicht.

Gegensteuern will der Verbund-Chef mit einem Kostensenkungsprogramm im Konzern. Bis Ende 2015 sollen 130 Millionen Euro – ohne Kündigungswelle – eingespart werden. Zudem tritt der Verbund bei den Investitionen scharf auf die Bremse. Schon im Frühjahr wurde das Investitionsprogramm bis 2017 von 2,2 auf 1,5 Mrd. Euro gekürzt. Jetzt wird weiter auf 1,2 Milliarden gekürzt. Das Geld soll fast ausschließlich in Stromnetze und die Fertigstellung von Kraftwerksbauten fließen.

Werben um Kunden

Den neuen Schwerpunkt legt Anzengruber auf den Stromverkauf an Privat- und Gewerbekunden. Bis 2018 soll der Absatz in diesem Bereich um 20 Prozent gesteigert werden, der Marktanteil von sechs auf zehn Prozent wachsen. Auch in Deutschland geht der Verbund in den Endkundenmarkt.

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