Wirtschaft
06.03.2013

"A bisserl mehr" für Aktionäre

Sonderdividende: Türkei-Ausstieg bringt 2013 ein Rekordergebnis.

Der Rückzug von Österreichs größtem Stromerzeuger, Verbund, aus der Türkei macht sich bezahlt: „Wir werden 2013 ein Rekordergebnis schreiben und die Dividende auf einen Euro erhöhen“, kündigte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber bei der Bilanz-Präsentation an.

Die Aussicht auf die Dividendenerhöhung von heuer 0,6 Euro je Aktie auf einen Euro 2013 erfreut nicht nur die Kleinaktionäre, sondern auch die Republik Österreich als Verbund-Mehrheitseigentümerin. Sie bekommt für 2013 etwa 177 Millionen Euro vom Verbund, für 2012 sind es 106 Millionen.

An der Börse kommt die höhere Dividende aber nicht so gut an. Der Aktienkurs des Verbund fiel um mehr als zwei Prozent. Analysten sind der Ansicht, dass die Dividendenerhöhung angesichts des Zusatz-Casherlöses von 400 Millionen Euro aus dem Türkei-Ausstieg zu gering sei. Sie hätten sich deutlich mehr als einen Euro Ausschüttung für 2013 erwartet. Das Stromgeschäft selbst wirft wegen der tiefen Preise keine allzu großen Gewinne ab. Anzengruber geht für heuer von einem Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen von einer Milliarde nach 1,2 Milliarden Euro 2012 aus. Die Investitionspläne bis 2017 werden von 2,3 auf 1,5 Milliarden Euro gekürzt.

Um die Finanzen des Verbund kümmert sich ab 2014 ein neues Vorstandsmitglied: der Investmentbanker Peter Kollmann (50). Der Verbund ist für ihn kein völliges Neuland. Als Banker bei Merrill Lynch hat er den Stromkonzern beim Türkei-Ausstieg unterstützt.