USA: Mageres Weihnachtsge­schäft

APTOPIX Black Friday
Foto: dapd Brian Davies Der "Black Friday", der Tag nach Thanksgiving, markiert den Beginn des US-Weihnachtsgeschäfts.

Schlechtes Wetter hätte viele Amerikaner vom Shoppen abgehalten.

Schwächer die Kassen kaum klingeln: Im US-Einzelhandel macht sich Enttäuschung über ein mageres Weihnachtsgeschäft breit. Erste Daten deuten auf das geringste Umsatzplus seit der Rezession im Jahr 2008 hin. Die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung von MasterCard SpendingPulse ergab nach vorläufigen Zahlen einen Anstieg von lediglich 0,7 Prozent im Zeitraum vom 28. Oktober bis zum 24. Dezember. Im vergangenen Jahr waren es noch zwei Prozent.

Schlechtes Wetter habe viele Amerikaner vom Einkaufsbummel abgehalten, sagte Michael McNamara von MasterCard SpendingPulse. Andere Experten verwiesen auf den US-Haushaltsstreit: Viele Verbraucher zögerten demnach mit Käufen, weil ohne Einigung 2013 höhere Steuern auf sie zukommen könnten und ihnen damit weniger Geld im Portemonnaie bliebe. Erfasst wurden bei SpendingPulse unter anderem Einnahmen aus dem Verkauf von Kleidung, Elektroartikeln, Luxusgütern und Einrichtungsgegenständen.

Die Ergebnisse bestätigen Schätzungen anderer Marktforscher, nach denen das sonst besonders lukrative Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr eher enttäuschend ausgefallen sein dürfte. Sogar um fast vier Prozent abwärts ging es der MasterCard-Erhebung zufolge mit dem Geschäft in den dicht besiedelten Gebieten im Osten der USA, über die Ende Oktober Hurrikan "Sandy" hinweggefegt war.

"Es könnten ziemlich unfrohe Weihnachten für die Einzelhändler werden", resümierte Analystin Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Die Branche hofft nun auf ein reges Nachfeiertagsgeschäft.

Internethandel boomt

Einen weiterhin steilen Aufstieg vollzog dagegen der Internethandel. Allein am ersten Weihnachtstag erhöhten sich die Umsätze um 22,4 Prozent, wie aus Statistiken von IBM Digital Analytics Benchmark hervorging. Im Vorjahr lag das Plus bei gut 16 Prozent.

Um die Politiker in Washington zu einer Einigung in dem auch die Verbraucher verunsichernden Haushaltsstreit zu bewegen, entschied sich die Kaffeehaus-Kette Starbucks zu einer ungewöhnlichen Kampagne: Die Kongressabgeordneten sollen am Donnerstag und Freitag zum Engagement für einen Kompromiss aufgefordert werden, in dem die Mitarbeiter in den Starbucks-Filialen im Regierungsviertel auf die Kaffeebecher "Come Together" schreiben.

Bilder: Black Friday - Ein Tag Kaufrausch

Wenn sich schon Stunden vor der Shopöffnung lange Schlangen bilden und Menschen gar vor den Geschäften übernachten… …dann bringen Apple, Samsung und Co. ein neues Produkt heraus, oder aber es ist "Black Friday". Traditionell wird an diesem Tag nach Thanksgiving in den USA das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Gefeiert wird das vom Handel mit Schnäppchen, die für einen Tag oder auch nur wenige Stunden gelten und die kaufwütigen Massen in die Geschäfte strömen lassen. Um die 11.000 Menschen sollen sich zu Mitternacht in die New Yorker Filiale von Macy´s aufgemacht haben. Wenig überraschend ist für gewöhnlich der "Black Friday" der umsatzstärkste Tag in den Staaten. 

(Bild: Der Naked-Cowboy gibt Black-Friday-Shoppern am New Yorker Times Square ein Ständchen zum Besten.) Einer Studie von Goldman Sachs zufolge waren für den Freitag Umsätze im Wert von 11,4 Mrd. Dollar (8,84 Mrd. Euro) zu erwarten und damit 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der US-Detailhandel erzielt in den letzten beiden Monaten des Jahres bis zu 40 Prozent seines Jahresumsatzes. Der Branchenverband rechnet für die beiden Monate für heuer mit 586,1 Mrd. Dollar Umsatz, ein Plus von 4,1 Prozent im Vergleich zu 2011. Dabei soll das Internetgeschäft um 15 Prozent zulegen und ein Volumen von 68,4 Mrd. Dollar erreichen. Doch nicht nur gekauft wurde, Gewerkschaftsmitarbeiter demonstrierten vor einigen Filialen von Ketten wie Walmart gegen unübliche Öffnungszeiten. Wegen der wachsenden Konkurrenz durch Online-Shops eröffneten viele Geschäfte den "Black Friday" dieses Jahr schon am Donnerstag. Doch nicht nur gekauft wurde, Gewerkschaftsmitarbeiter demonstrierten vor einigen Filialen von Ketten wie Walmart gegen unübliche Öffnungszeiten. Mit den Protesten forderten die Angestellten vernünftiges Gehalt, bezahlbare Gesundheitsvorsorge und Respekt für ihre Arbeit, teilte die Vorsitzende der Gewerkschaft SEIU, Mary Kay Henry, mit. Vor den Filialen der Kette im ganzen Land versammelten sich hunderte Demonstranten. Nach Walmart-Angaben beteiligten sich lediglich wenige der eigenen Angestellten an den insgesamt " 26 Protestaktionen". Kritiker warfen dem Konzern vor, dass sich die Beschäftigten aus Angst um ihren Arbeitsplatz nicht teilzunehmen trauen. Walmart beschäftigt in den USA rund 1,3 Millionen nicht gewerkschaftlich organisierte Angestellte. Kritiker schätzen den Durchschnittslohn der Beschäftigten auf 8,81 Dollar (6,83 Euro), während das Unternehmen ihn mit etwa 13 Dollar angibt.
(apa, rts / js) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?