Wirtschaft
24.05.2017

US-Zinsanstieg kommt "bald"

Amerikanische Notenbanker wollen vor Zinserhöhung Sicherheit über Aufschwung haben.

In der US-Notenbank Fed waren, wie jetzt aus den Protokollen ablesbar, Anfang Mai die meisten Ratsmitglieder für eine "baldige" weitere geldpolitischen Straffung. Am Markt ist vom Juni die Rede. Die Fed selbst will vor der zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr offenbar weitere Hinweise auf eine Festigung des Aufschwungs sehen. Aus Sicht der Währungshüter ist es klug, zusätzliche Anzeichen dafür abzuwarten, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Fed-Sitzung von Anfang Mai hervorgeht.

Allerdings gehen die Notenbank-Führungskräfte davon aus, dass sich die Konjunktur nach dem schwachen Jahresauftakt erfangen wird. Sollten sich die Erwartungen erfüllen, halten es die Währungshüter für angebracht, die Zinsen bald anzuheben.

Die US-Notenbank hatte im März die geldpolitischen Zügel erstmals in diesem Jahr gestrafft. Sie hob den Zins auf die aktuelle Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent an und fasste zwei weitere Anhebungen für dieses Jahr ins Auge. Viele Experten rechnen damit, dass die Währungshüter im Juni nachlegen werden.

Der vorsichtige Ton, der in den Protokollen angeschlagen wird, könnte jedoch Zweifel daran nähren, ob die Notenbank den Schritt bereits in wenigen Wochen wagen wird. Dennoch sehen Händler weiter eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es im nächsten Monat dazu kommen wird. Allerdings schwinden nach ihrer Einschätzung die Aussichten, dass vor dem Jahresende eine weitere Erhöhung hinzukommt.

Der Euro stieg zum Dollar nach Veröffentlichung der Fed-Mitschriften und auch am US-Aktienmarkt legten die Kurse etwas zu.

Die US-Wirtschaft war zu Jahresbeginn so schwach gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr. Zuletzt lag die Arbeitslosenquote mit 4,4 Prozent jedoch nahezu auf einem Zehnjahrestief. Damit ist das erklärte Ziel der Notenbank - Vollbeschäftigung - so gut wie erreicht.

Doch ist die Fed bei der angestrebten Inflationsrate noch nicht so weit. Sie richtet ihr Hauptaugenmerk auf Preisveränderungen bei persönlichen Ausgaben der Amerikaner, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor bleiben. Dieser Wert war zuletzt auf 1,6 Prozent gefallen und hat sich damit weiter von der Fed-Zielmarke von zwei Prozent entfernt.